Ergebnis der Landtagswahl - FDP-Bundesvorstand tritt zurück
CDU-Wahlsieger Gordon Schnieder und der abgewählte Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) werden die Verhandlungen über ein Regierungsbündnis in Rheinland-Pfalz führen, teilten die Parteien mit.
Vorläufiges Ergebnis
Inzwischen sind alle Wahlbezirke ausgezählt und der Landeswahlleiter hat das vorläufige Ergebnis bekanntgegeben.
| SPD | 25,9 Prozent (-9,8) |
| CDU | 31,0 Prozent (+3,3) |
| Grüne | 7,9 Prozent (-1,4) |
| AfD | 19,5 Prozent (+11,2) |
| FDP | 2,1 Prozent (-3,4) |
| Freie Wähler | 4,2 Prozent (-1,2) |
| Die Linke | 4,4 Prozent (+1,9) |
| Tierschutzpartei | 1,6 Prozent (-0,1) |
| Volt | 1,1 Prozent (+0,1) |
| ÖDP | 0,5 Prozent (-0,2) |
| BSW | 1,9 Prozent (+1,9) |
| PdH | 0,1 Prozent (+0,1) |
Quelle: Landeswahlleiter. In Klammer: Veränderung zur letzten Landtagswahl
Die Wahlbeteiligung lag bei 68,5, das ist etwas mehr, als vor fünf Jahren.
Sitzverteilung
Damit sind im zukünftigem Landtag nur vier Parteien vertreten. Da CDU, SPD und Grüne eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben, ist eine Koalition von CDU und SPD die einzige Möglichkeit eine Mehrheit der Sitze zu erreichen.
+++ Schweitzer und Schnieder sollen miteinander verhandeln +++
23.03.2026, 20:08 Uhr
CDU-Wahlsieger Gordon Schnieder und der abgewählte Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) werden die Verhandlungen über ein Regierungsbündnis in Rheinland-Pfalz führen. Bei einer Sitzung des Landesvorstands der Christdemokraten sei der Landeschef und CDU-Spitzenkandidat Schnieder offiziell damit beauftragt worden, in die Gespräche mit der SPD einzutreten, sagte Generalsekretär Johannes Steiniger. Das SPD-Präsidium habe einstimmig beschlossen, dass Schweitzer die Verhandlungen für die Sozialdemokraten leiten solle, hatte Partei- und Fraktionschefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler kurz zuvor gesagt.
+++ FDP-Bundesvorstand tritt zurück +++
23.03.2026, 19:39 Uhr
Nach zwei schweren Wahlniederlagen der FDP in Folge will der Bundesvorstand der Liberalen um den Vorsitzenden Christian Dürr zum Bundesparteitag Ende Mai zurücktreten. Dürr will dort aber erneut für den FDP-Vorsitz antreten, wie er nach stundenlangen Beratungen des Präsidiums und des Bundesvorstandes ankündigte.
+++ Schnieder will der SPD Zeit für Gespräche geben +++
23.03.2026, 15:00 Uhr
Der voraussichtlich nächste rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) will der SPD vor Koalitionsgesprächen erstmal Zeit geben. Schnieder sagte, ihm sei bewusst, dass das Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz für die dort seit 35 Jahren regierende SPD mit Schmerz verbunden sei. Er wolle der SPD die Zeit geben, die sie nun brauche.
+++ Wer hat wo stark gewonnen oder verloren?+++
23.03.2026, 13:05 Uhr
Die CDU konnte vor allem in ländlichen Gegenden gewinnen - das beste Ergebnis holte Spitzenkandidat Schnieder in seinem Wahlkreis Vulkaneifel mit 46,5 Prozent. Die SPD dagegen lag in den kreisfreien Städten mit 28,2 Prozent zumindest noch knapp vor der CDU. Die AfD punktet in strukturschwachen Regionen besonders, in der kreisfreien Stadt Pirmasens kam die Partei sogar auf 32,1 Prozent.
+++ Kurt Beck von Ergebnis enttäuscht +++
23.03.2026, 12:35 Uhr
Der frühere SPD-Vorsitzende und ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, hat die SPD-Niederlage bei der Landtagswahl als "Enttäuschung" bezeichnet. "Man braucht ein paar Stunden, um das zu überwinden. Aber das schwingt bei der Demokratie eben mit, dass man gewinnen oder verlieren kann", sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur.
Der Bundestrend und das schlechte Abschneiden der SPD bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg (5,5 Prozent) hätten es Schweitzer und der Landes-SPD "nicht leichter" gemacht, sagte Beck. "Wir haben bundesweit Probleme, unsere Politik an die Menschen zu bringen, gerade bei den Politikfeldern, die für die Arbeitnehmerschaft wichtig sind."
+++ AfD-Chef will Partei in Rheinland-Pfalz tiefer verankern +++
23.03.2026, 12:26 Uhr
Die AfD will nach dem Wahlerfolg in Rheinland-Pfalz die Partei noch stärker im Bundesland etablieren. Mit künftig 24 Abgeordneten im Landtag werde die AfD eine ganz andere Präsenz in der Fläche haben, sagte Partei- und Fraktionschef Jan Bollinger in Mainz. "Unsere Abgeordneten werden Wahlkreisbüros einrichten, werden nah bei den Menschen sein, werden dafür sorgen, dass wir die Bürger ansprechen und die AfD noch tiefer in Rheinland-Pfalz verankern."
+++ Rehlinger will nicht Parteichefin werden +++
23.03.2026, 11:39 Uhr
Saarlands Ministerpräsidentin und SPD-Vize Anke Rehlinger fordert nach der Wahlschlappe in Rheinland-Pfalz eine schonungslose Aufarbeitung der eigenen Fehler. "So kann es nicht weitergehen", sagte sie im Deutschlandfunk. Man müsse sich fragen, ob man auf die falschen Themen gesetzt, die falschen Maßnahmen getroffen oder falsch kommuniziert habe. Rehlinger sieht ihre eigene Zukunft klar im Saarland. "Ich will vor allem auch Ministerpräsidentin nach der nächsten Landtagswahl bleiben", betonte sie im Deutschlandfunk. Auch damit helfe sie ihrer Partei.
+++ Miersch: SPD soll Bas und Klingbeil den Rücken stärken +++
23.03.2026, 8:47 Uhr
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch lehnt personelle Konsequenzen an der Parteispitze aufgrund der Wahlschlappe in Rheinland-Pfalz ab. "Ich glaube, es ist nicht zielführend", sagte Miersch im ARD-"Morgenmagazin". Es gehe darum, den Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil den Rücken zu stärken in anstehenden schwierigen Verhandlungen mit der Union.
+++ Schröder-Köpf schlägt Rehlinger als neue SPD-Chefin vor +++
22.03.2026, 21:45 Uhr
Die niedersächsische Landtagsabgeordnete und frühere Kanzler-Gattin Doris Schröder-Köpf (SPD) fordert unmittelbar nach der SPD-Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz einen kompletten Wechsel an der Spitze ihrer Partei. "An der SPD-Spitze sehe ich – als alleinige Vorsitzende – die erfolgreiche Ministerpräsidentin Anke Rehlinger", sagte Schröder-Köpf dem "Spiegel". Dort forderte sie auch Boris Pistorius als neuen Vizekanzler anstelle Lars Klingbeils.
+++ Protest in Mainz nach AfD-Erfolg bei der Landtagswahl +++
22.03.2026, 21:40 Uhr
Wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale haben linke Gruppierungen in Mainz gegen den Wahlerfolg der AfD demonstriert. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 70 Menschen an der Versammlung teil. Die Demonstration sei störungsfrei verlaufen.
+++ Bundeskanzler Merz gratuliert auch zum Wahlsieg +++
22.03.2026, 20:56 Uhr
Bundeskanzler Friedrich Merz hat seinem Parteikollegen Gordon Schnieder und der CDU in Rheinland-Pfalz zum Wahlerfolg gratuliert. "Nach mehr als 35 Jahren ist die CDU wieder die stärkste Kraft in Rheinland-Pfalz", schrieb der CDU-Chef bei X.
+++ Boris Rhein gratuliert Gordon Schnieder zum Wahlsieg +++
22.03.2026, 20:43 Uhr
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat seinem CDU-Parteikollegen Gordon Schnieder zu einem "historischen Wahlsieg" bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gratuliert. "Zum ersten Mal seit 35 Jahren ist der Weg frei für einen Politikwechsel und für eine christlich-soziale Koalition unter klarer Führung der CDU", schrieb er auf Instagram.
+++ Bas kündigt Debatte um bisherigen SPD-Weg an +++
22.03.2026, 20:35 Uhr
SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas hat angekündigt, in der Partei vieles auf den Prüfstand stellen zu wollen. "Wir müssen auch in den nächsten Tagen in unseren Gremien sehr deutlich darüber reden, ob der Weg, den wir - Lars Klingbeil und ich - eingeschlagen haben, der richtige ist und ob wir ihn weiter fortsetzen", meinte sie im Fernsehsender phoenix.
+++ Schweitzer lässt persönliche Zukunft zunächst offen +++
22.03.2026, 20:09 Uhr
Alexander Schweitzer hat nach der Wahlniederlage seiner Partei seine persönliche Zukunft zunächst offengelassen. "Wie es weitergeht, ist zunächst einmal die Aufgabe einer gemeinsamen Diskussion in unseren Gremien. Das ist nicht heute Abend das Thema", sagte Schweitzer. Vor der Wahl hatte Schweitzer angekündigt, dass er kein Ministeramt in einer Landesregierung unter CDU-Führung übernehmen werde.
+++ Schweitzer kündigt SPD-Regierungsbeteiligung an +++
22.03.2026, 19:35 Uhr
Der noch amtierende SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat angekündigt, dass seine Partei an einer künftigen Landesregierung mitwirken wird. Er sieht auch ein “Comeback” der rheinland-pfälzischen SPD in der Zukunft.
+++ SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil kündigt Personaldebatten in der Partei an +++
22.03.2026, 19:08 Uhr
Der SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil hat Personaldebatten in der Partei als Konsequenz der Landtagswahl angekündigt. In der ARD meinte er, dass er sich in dieser politischen Lage “nicht wegduckt”.
+++ Aktuelle Hochrechnungen rütteln nicht stark an den Zahlen +++
22.03.2026, 19:02 Uhr
Die aktuelle Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen sieht fast unverändert zu der vorherigen aus. Die CDU ist auch hier stärkste Kraft mit 30,7%, die SPD folgt auf Platz zwei mit 26,4%.
+++ FDP-Spitzenkandidatin: “Der Liberalismus wird fehlen” +++
22.03.2026, 18:58 Uhr
Die Vorsitzende und Spitzenkandidatin der FDP Rheinland-Pfalz, Daniela Schmitt, spricht auf der Wahlparty der Liberalen von einem "bitteren Abend". Sie habe sich ein anderes Ergebnis erhofft, sagte sie zum Ausscheiden ihrer Partei aus dem Landtag. Die FDP scheidet laut der aktuellen Hochrechnung nicht nur aus der Landesregierung, sondern auch komplett aus dem Landtag aus.
+++ Grünen-Chef Banaszak sieht “wirklich gutes Ergebnis” +++
22.03.2026, 18:50 Uhr
Grünen-Chef Felix Banaszak bezeichnete den Ausgang der Wahl als "ein wirklich gutes Ergebnis" für seine Partei bezeichnet. Er betonte im ZDF angesichts des bevorstehenden Endes der aktuellen Ampel-Regierung, "dass es nicht an den Grünen lag, dass diese Regierung nicht fortgesetzt werden kann".
+++ Linken-Chef Jan van Aaken enttäuscht +++
22.03.2026, 18:47 Uhr
Der Linken-Vorsitzende Jan van Aken zeigt sich enttäuscht, dass seine Partei nicht in den Landtagswahl in Rheinland-Pfalz eingezogen ist. "Es tut mir natürlich weh, dass es heute Abend nicht gereicht hat in Rheinland-Pfalz. So knapp auch", sagte er im ZDF. Er fügte aber auch hinzu, dass sich die Linke in Rheinland-Pfalz stark verbessert hätte im Vergleich zu vor fünf Jahren.
+++ Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder freut sich für seinen Bruder +++
22.03.2026, 18:43 Uhr
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder freut sich nicht nur als CDU-Politiker über das gute Abschneiden seiner Partei in Rheinland-Pfalz – sondern auch als Bruder von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder. "Dass mein Bruder das geschafft hat, ist phänomenal", sagte Patrick Schnieder im ZDF.
+++ SPD sieht keinen Bedarf für Personaldiskussionen +++
22.03.2026, 18:38 Uhr
Niemand im Land wolle eine SPD sehen, die in Sack und Asche gehe, sagt deren Generalsekretär Tim Klüssendorf in der ARD. Allerdings sehe er jetzt keinen Sinn für Personaldiskussionen.
+++ FDP, Freie Wähler und Linke unter 5%-Hürde +++
22.03.2026, 18:36 Uhr
Sowohl die jetzige Regierungspartei in Rheinland-Pfalz FDP als auch die Freien Wähler und die Linke werden es laut der ersten Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen nicht in den Landtag schaffen.
+++ AfD-Fraktion nach erster Prognose mehr als verdoppelt +++
22.03.2026, 18:13 Uhr
Die AfD konnte sich laut der Forschungsgruppe Wahlen mit 20 Prozent mehr als verdoppeln im Vergleich zum Wahlergebnis von 2021 mit 8,3 Prozent.
+++ CDU nach erster Prognose vor SPD +++
22.03.2026, 18:05 Uhr
Die erste Prognose der Forschungsgruppe Wahlen sieht die CDU mit 30,5 Prozentpunkten ein gutes Stück vor der SPD, die demnach nur auf 26,5 Prozentpunkte kommt.
+++ Gleich gibt es die ersten Zahlen +++
22.03.2026, 17:47 Uhr
In wenigen Minuten ist es so weit: Um 18:00 Uhr erscheinen die ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Unsere Reporterin berichtet live aus dem Mainzer Landtag.
+++ Rund 50 Prozent Wahlbeteiligung bis zum Mittag +++
22.03.2026, 13:48 Uhr
Bis zum Mittag (12.00 Uhr) haben rund 50 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. Rund 34 Prozent hatten Briefwahl beantragt, weitere rund 16 Prozent gaben in den ersten vier Stunden ihre Stimme an der Urne ab, wie der Landeswahlleiter mitteilte.
Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung um 12 Uhr bei 49 Prozent gelegen.
+++ Schweitzer und Schnieder haben gewählt +++
22.03.2026, 12:37 Uhr
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und sein Herausforderer von der CDU, Gordon Schnieder, haben ihre Stimmen abgegeben. Der 52-jährige Regierungschef kam mit Ehefrau Barbara in das Wahllokal in ihrem Wohnort Bad Bergzabern im Landkreis Südliche Weinstraße. Der 50 Jahre alte Schnieder wählte mit Ehefrau Diane im Wahllokal in ihrem Wohnort Birresborn in der Vulkaneifel.
+++ Wahllokale sind geöffnet +++
22.03.26 08:00 Uhr
In Rheinland-Pfalz haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimmen abgeben. Knapp drei Millionen Bürger und Bürgerinnen ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet.
Die Hintergründe zur Wahl
Etwa 2,95 Millionen Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen sind am 22. März zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen. Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen CDU, mit leichtem Vorsprung für die Christdemokraten.
Die SPD regiert im strukturell konservativen Rheinland-Pfalz seit 35 Jahren. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Sommer 2024 stellt sich ihr Nachfolger, Alexander Schweitzer (52), erstmals dem Votum der Bürger. Sein Herausforderer ist CDU-Partei- und Fraktionschef Gordon Schnieder. Der 50-Jährige aus der Eifel ist der jüngere Bruder von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (auch CDU).
Viel auf dem Spiel
Für die SPD im Bund wäre ein CDU-Wahlsieg eine herbe Niederlage. Schweitzer ist auch stellvertretender Bundesparteichef. Für die CDU wäre schon die Rolle des Juniorpartners in der Regierung nach Jahrzehnten in der Opposition ein Erfolg.
Ampel-Koalition vor dem Aus
Seit zehn Jahren regiert in Rheinland-Pfalz eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Nach dem Ampel-Aus im Bund hat diese Konstellation auch im Land kaum noch Chancen. Weil die drei Partner in Mainz öffentlich geräuschlos zusammengearbeitet haben, sprach Schweitzer gerne in Abgrenzung zum Bund von der "guten Ampel". Er würde dieses Bündnis gerne fortsetzen, jedoch wird die FDP Umfragen zufolge nicht mehr im neuen Landtag vertreten sein.
Wie könnte eine neue Regierung aussehen?
Sehr wahrscheinlich ist eine Regierung von SPD und CDU oder CDU und SPD. Schweitzer hatte vor der Wahl ausgeschlossen, im Falle einer Niederlage als Minister in eine CDU-geführte Landesregierung einzutreten.
Theoretisch möglich wäre auch eine Regierung aus SPD, Grünen und Linken. Dafür müssten die Linken aber zum ersten Mal in den Landtag einziehen und auch dann würde es rechnerisch wohl nicht reichen. In jüngsten Umfragen lag die Partei bei fünf Prozent. Weder SPD noch Grüne streben zudem ein solches Bündnis an.
Unwahrscheinlich ist auch, dass die Freien Wähler als dritter Partner in eine Regierung einziehen. Sie haben sich in ihrer ersten Wahlperiode im Landtag so sehr zerstritten, dass sie am Ende keine Fraktion, sondern nur noch eine parlamentarische Gruppe waren. In Umfragen lagen sie zuletzt bei rund fünf Prozent.
Eine Regierung mit der AfD haben SPD und CDU ausgeschlossen.
Wie stark ist die AfD?
Die AfD will das Ergebnis in Baden-Württemberg von 18,8 Prozent toppen und damit stärker werden als in allen anderen westlichen Bundesländern. Als Ziel hat Spitzenkandidat und Landeschef Jan Bollinger 20 Prozent plus X ausgegeben - mehr als doppelt so viel wie vor fünf Jahren (8,3 Prozent). Ungeachtet interner Machtkämpfe, einem Wechsel an der Spitze und Parteiaustritten rangiert sie in Umfragen bei 19 Prozent.
Wer darf wählen?
Das Wahlalter beträgt weiterhin 18 Jahre - anders als in Baden-Württemberg. Mehrere Anläufe der Ampel-Regierung, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken, scheiterten, weil die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit nicht erreicht wurde. CDU und AfD sind dagegen.
Wie wird gewählt?
Jeder Wähler und jede Wählerin hat zwei Stimmen. Die Erststimme entscheidet über die Direktkandidaten, die Zweitstimme über die Parteien. Zwölf Parteien stehen zur Wahl. 101 Abgeordnete werden gewählt.
Briefwahl bisher wenig gefragt
Die Landeswahlleitung rechnet bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag mit weniger Briefwahlstimmen. Bis Mittwoch hätten rund 34 Prozent aller Stimmberechtigten im Land die Briefwahl beantragt, teilte Landeswahlleiter Marco Ludwig mit. Werde von einer Wahlbeteiligung von 65 Prozent ausgegangen, würde das einem Briefwähleranteil an allen Wählerinnen und Wählern von 52 Prozent entsprechen.
Bei der Landtagswahl im Jahr 2021 hatten in Rheinland-Pfalz rund 66 Prozent aller Wählerinnen und Wähler die Briefwahl genutzt. Grund für den damals hohen Wert war nach Angaben der Landeswahlleitung vor allem die Corona-Pandemie. Die Wahlbeteiligung insgesamt hatte 2021 bei 64,3 Prozent gelegen.