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Mit Cola-Mix: So rüstet sich die Darmstädter Privatbrauerei

Darmstädter Privatbrauerei - Mit Cola-Mix gegen die Bier-Krise

Marc Wilhelm

Leiter Studio Südhessen
Marc Wilhelm

© HIT RADIO FFH

Die Brüder Christoph (links) und Wolfgang Koehler im Sudhaus der Darmstädter Privatbrauerei in der Goebelstraße mit der neuen 0,33-Liter-Euroflasche und dem neuen Cola-Mix.

Die Turbulenzen im Biermarkt stellen Deutschlands Brauereien vor besondere Herausforderungen: Sinkende Absatzzahlen bei gleichzeitig wachsendem Kostendruck müssen durch Einsparungen und zukunftsfähige neue Angebote aufgefangen werden. Auch die Darmstädter Privatbrauerei sieht sich mit dieser Situation konfrontiert.

Bereits Anfang April tritt der Familienbetrieb am Darmstädter Hauptbahnhof daher mit mehreren Innovationen an die Öffentlichkeit: Die 0,33-Liter-Flasche wird auf Euroformat umgestellt, die Produktpalette um zwei bierfreie Erfrischungsgetränke erweitert, und in Darmstadts Innenstadt steht die Eröffnung eines Stehausschanks unmittelbar bevor. Das Familienunternehmen Darmstädter Privatbrauerei wird aktuell in der sechsten Generation von den Brüdern Christoph und Wolfgang Koehler geführt.

Weiter rückläufiger Biermarkt

Nach bereits verlustreichen Vorjahren ging der Bierabsatz in Deutschland vergangenes Jahr – laut Statistischem Bundesamt – um weitere 6 Prozent zurück. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1993. Als Gründe nennt der Vorsitzende des Brauerbunds Hessen/Rheinland-Pfalz, Wolfgang Koehler, den demographischen Wandel - ältere Menschen trinken weniger -, den Trend zu Gesundheit und Fitness sowie allgemeine Konsumzurückhaltung.

2025 ins Minus gedreht

Diese Entwicklung geht auch an der Darmstädter Privatbrauerei nicht spurlos vorüber: Nach antizyklischen Zuwächsen 2023 um 5 Prozent und 2024 um weitere 3 Prozent, bescherte das vergangene Jahr der Brauerei am Hauptbahnhof ein dem Gesamtmarkt entsprechendes Minus von etwa 6 Prozent. 

Euroflasche ist Standard

Erste Reaktion darauf: Eine Designänderung der 0,33-Liter-Bierflaschen, für die eineinhalb Millionen neue Flaschen und 75.000 Bierkästen neu angeschafft werden, bezeichnen die Koehlers als „die größte Investition seit dem Markenrelaunch vor zwölf Jahren“. Künftig werde das 0,33-Liter-Bier statt in Bügelverschluss- in bauchigen Flaschen mit Kronkorken abgefüllt. Dieses Euroformat habe sich im Markt durchgesetzt und komme bei den Konsumenten gut an. Geschäftsführer Christoph Koehler: „Sie liegt angenehm in der Hand, besonders junge Biertrinker finden sie cool.“ 

Bügelverschluss zu teuer geworden

Auch im Kostenbereich schlägt sich die Umstellung positiv nieder. Die kleine Bügelverschlussflasche ist über die Jahre ungewollt zur Individualflasche geworden. Um weiterhin nachhaltig am Mehrwegsystem teilnehmen zu können, ist die Umstellung auf die Euro-Mehrwegflasche unausweichlich. Da es zudem nur noch einen einzigen Hersteller der gewohnten kleinen Braustüb’l-Flaschen gibt, diene die Maßnahme auch der Zukunftssicherung des Produkts.

Halbliter-Flaschen ploppen weiterhin

Starttermin für die Umstellung ist der 1. April – ab diesem Tag liefert die Brauerei nur noch die neuen Gebinde aus. Bei den Halbliter-Einheiten ändert sich dagegen nichts, alles bleibt wie gewohnt, einschließlich Bügelverschluss für das „Plopp“ beim Öffnen der Flasche.

Neuer Cola-Mix ab April

Mit der Entscheidung, die Braustüb’l-Produktfamilie um einen bierfreien Durstlöscher zu erweitern, wagt die Brauerei zudem den ersten Schritt aus dem vertrauten Sortiment hinaus in die Welt der Softgetränke. Bewusst habe man sich entschieden, den Cola-Mix unter der Marke Braustüb’l anzubieten. Er ist wahlweise mit und ohne Zucker zu haben.

"Allerweil" am Friedensplatz

Und ebenfalls neu: In dem früheren Fanshop des SV Darmstadt 98 am Friedensplatz wird es Bier aller drei Brauereien der Familie Koehler – Braustüb’l, Grohe, Ratskeller – vom Fass und aus der Flasche geben, doch dazu auch Wein, Sekt, Spirituosen und Partygetränke mit und ohne Alkohol - mit Selbstbedienung und ausschließlich bargeldlos. Sitzgelegenheiten gibt es wenige, die findet man dafür üppig auf den Stufen des Friedensplatzes. Name der Location: „Allerweil". Für nicht Südhessen: bedeutet so viel wie “jederzeit”. Noch haben hier allerdings die Handwerker das Sagen, doch die Eröffnung ist für Mai vorgesehen.

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