Rechtsextremismus an Schulen: Hessen setzt auf Prävention
Rechtsextremismus an Schulen - Wie Hessen seine Lehrer fortbildet
Rechtsextremismus bei Schülern wird in Hessens Klassenzimmern immer mehr zum Problem. Das Land bildet deshalb ab jetzt verstärkt Lehrkräfte fort, um besser zu erkennen, wenn sich Schüler radikalisieren.
Dabei geht es vor allem um das Thema Social Media.
Lehrkräfte besser fortbilden
Lehrkräfte in Hessen sollen besser darin geschult werden, rechtsextremen Social Media Content zu erkennen, und ihre Schüler aufzuklären. Das ist das Ziel der Präventionsstrategie, die Innenminister Poseck (CDU), und Kultusminister Schwarz (CDU) in Frankfurt vorgestellt haben. Dabei arbeitet auch der hessische Verfassungsschutz mit, erklärte dessen Präsident Bernd Neumann.
Auch Fälle an Grundschulen
Kultusminister Armin Schwarz sprach von Tiktokisierung des Extremismus. Er erklärte im Interview mit HIT RADIO FFH, dass es jüngst auch zu Fällen von Rechtsextremismus an Grundschulen in Hessen gekommen sei. Solche Vorfälle reichten von Hakenkreuzen, die auf die Schultoilette geschmiert werden, rechte Handzeichen, oder eben extremistische Lieder, der über Tiktok geteilt werden.
Fallzahlen steigen immer weiter
Die Zahl rechtsextremistischer Fälle an hessischen Schulen ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Hessens Innenminister Poseck sagte im Gespräch mit unserem Reporter, dass der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr etwa 200 Mal an Schulen aktiv war, unter anderem zur Prävention.
"Demokratie wird im Klassenzimmer gelebt"
Die Lehrkräfte werden fortgebildet, und sollen anschließend ihr Wissen mit an die Schule geben, und an andere Lehrerinnen und Lehrer weitergeben. “Demokratie wird im Klassenzimmer gelernt, erlebt und gelebt. Lehrkräfte leisten dabei täglich einen unverzichtbaren Beitrag zur Resilienz junger Menschen gegenüber extremistischer Einflussnahme”, so Poseck.
Weiter kein Social-Media-Verbot
Bei all den Gefahren, die Social Media gerade für Kinder und Jugendliche birgt, stellt sich die Frage: Warum nicht ein Verbot, wie es Australien erst kürzlich durgesetzt hat? Hessens Grüne hatten sich zuletzt auch für ein Social-Media-Verbot ausgesprochen. Innenminister Poseck sieht das weiter kritisch, er sagte auf FFH-Nachfrage: “Ein Verbot kann nur das letzte Mittel sein.”