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Ufo ruft zweitägigen Streik bei Lufthansa aus

Schwere Zeiten für Passagiere - Neue Streiks ab Mittwoch bei Lufthansa

Linda Hadiko

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Linda Hadiko

© dpa

Neue Streiks bei der Lufthansa stehen an (Symbolbild).

Passagiere der Lufthansa müssen sich auf weitere Streiktage einrichten. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline für Mittwoch und Donnerstag zu einem zweitägigen Streik aufgerufen.

Mit dieser fünften Streikwelle des fliegenden Personals wird der Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa an diesem Mittwoch endgültig überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen.

Am Montag wurde bereits gestreikt

Bereits am Montag hatte der erneute Pilotenstreik wieder für hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Erneut mussten tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern. 

Warnung an die Gewerkschaften

Am Montag warnte Personalvorstand Michael Niggemann die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: "Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft." 

Am Abend legte die Kabinengewerkschaft Ufo nach, die bereits am vergangenen Freitag gestreikt hatte. Die hohe Beteiligung zeige überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lasse, erklärte Tarifexperte Harry Jaeger. "Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, "jederzeit verhandlungsbereit" zu sein." 

Bester Ort für den Protest

Es gebe keinen besseren Ort des Protestes als den geplanten Festakt mit Bundeskanzler Merz, sagt Ufo-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger. "Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert – und auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden."

Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stellte Vorstandschef Carsten Spohr klar, dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. "Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke", sagte Spohr. 

Erster Streik bei Eurowings

Die VC hatte die Piloten der Lufthansa Kerngesellschaft, der Lufthansa Cargo und der Regionaltochter Lufthansa Cityline zu Arbeitsniederlegungen bis einschließlich Dienstag aufgerufen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in der laufenden Auseinandersetzung um höhere Betriebsrenten. Am Montag wurde zudem erstmals der Ferienflieger Eurowings für einen Tag bestreikt. 

VC-Präsident Andreas Pinheiro  machte die Lufthansa für die erneute Streikwelle der Piloten verantwortlich. "Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber." Ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden solle, sei für die VC nicht tragfähig. 

Personalchef: Streiks ändern Strategie nicht

Niggemann begründete erneut den harten Kurs des Managements. Die Kerngesellschaft "Lufthansa Classic" sei heute schon auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig, so dass man die Kosten nicht noch weiter erhöhen könne. "Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Classic." 

Für den Lufthansa-Konzern sei klar, dass Flugzeuge nur dort eingesetzt werden könnten, wo sie profitabel fliegen. Aus diesem Grund würden Gesellschaften außerhalb der Kernmarke wie die neue Tochter Lufthansa City Airlines wachsen - auf Kosten der Kerngesellschaft. "Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen."

Die Lufthansa Kerngesellschaft ist zwar die mit Abstand größte, aber auch unprofitabelste Airline im Konzern. Der Vorstand führt das unter anderem auf hohe Gehälter und starre Dienstpläne der Crews zurück. 

Mehr als 1.100 Absagen allein in Frankfurt

An den Flughäfen standen zum Auftakt der vierten Streikwelle im laufenden Jahr viele Maschinen still. Allein in Frankfurt waren für die beiden Tage zusammen mehr als 1.100 Starts und Landungen abgesagt worden. In München wurden 710 Flugbewegungen gestrichen. 

Lufthansa wollte rund die Hälfte der Langstreckenflüge stattfinden lassen. Auf der Nah- und Mittelstrecke sollte etwa jeder dritte Flug erfolgen. Ähnliches ist auch am Dienstag zu erwarten. Bei Eurowings sollten rund 60 Prozent des ursprünglichen Plans geflogen werden.Auf den Internetseiten sowohl der Lufthansa als auch der Flughäfen wurden Passagiere gebeten, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und gegebenenfalls ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren. 

Ausnahmen nach Nahost

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik laut VC ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate.

 

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