Kosten, Zeitpunkt, Optik - Opposition kritisiert neues Hessen-Logo
Das neue Design für das Land Hessen sorgt in der Landespolitik für heftige Diskussionen. Während die Landesregierung das modernisierte Logo lobt, kritisiert die Opposition das Projekt.
Warum musste überhaupt ein neues Logo her? Wie teuer war das insgesamt und wieso ist dafür Geld da, während an anderer Stelle gespart wird? Nur einige Fragen, die Grüne und FDP heute im Hauptausschuss dem Chef der Staatskanzlei Benedikt Kuhn stellten.
Kritik an den Ausgaben
Die Kritik: Ein neues Logo passe nicht in die Zeit und sei abgehoben, da gleichzeitig Einsparungen an Schulen vorgenommen werden.
Kuhn: Wichtig und vertretbar
Der Chef der Staatskanzlei verteidigte das Projekt. Die Entscheidung dafür sei relativ zu Beginn der Wahlperiode getroffen worden. Hintergrund sei unter anderem gewesen, dass das bisherige Logo nicht mehr von allen Behörden einheitlich verwendet wurde und außerdem von 2004 stamme. "Wir halten ein einheitliches Erscheinungsbild dem Bürger gegenüber 2026 für wichtig und vertretbar", so Kuhn.
Gesamtkosten deutlich höher
Zu den Gesamtkosten befragt, erklärte Kuhn, dass die Kosten für Entwicklung, Einführung und Werbung bei über 500.000 Euro liegen. Hinzu kommen im laufenden Jahr geschätzt weitere 250.000 Euro für die Umstellung und Überarbeitung aller Webseiten der Landesverwaltung. Bisher hatte die Landesregierung die Kosten für das neue Hessen-Design auf 290.000 Euro beziffert. Dabei handelt es sich jedoch nur um die Kosten für die Design-Entwicklung im engeren Sinne.
Fall für das Schwarzbuch
Auch der Bund der Steuerzahler Hessen hatte sich zu Wort gemeldet. Der Verein führt das Logo als Verdachtsfall für sein Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung. Laut dem Vorsitzenden Joachim Papendick sollte Steuergeld in krisenhaften Zeiten vorrangig in Bildung, Infrastruktur oder innere Sicherheit fließen und nicht in ein neues Logo.
Gelungen oder nicht?
Und ist das neue Logo nun gelungen oder nicht? – eine Verbindung aus Tradition und Moderne heißt es aus der Staatskanzlei. Die FDP hält es dagegen für rückwärtsgewandt. Die Grünen kritisieren, es sei nicht immer gut zu erkennen und sehen die Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbehinderung beeinträchtigt.
Umstellung im ganzen Land
Das neue Logo soll künftig überall dort zu sehen sein, wo das Land offiziell repräsentiert wird – vom Briefpapier über Kaffeegeschirr bis hin zu Schildern an der Autobahn. Die Umstellung soll in allen Behörden nach und nach erfolgen. Produkte mit dem alten Logo werden laut Landesregierung aber nicht weggeworfen, sondern restlos aufgebraucht.
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