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Uhu Lisbeth legt nach Küken Rettung wieder Ei

Nach Küken-Rettung in Marburg - Uhu «Lisbeth» legt wieder ein Ei

Elisabethkirche Marburg
© Christine Schultze/dpa

Weil ihr Hungertod drohte, hatten Helfer drei Uhu-Küken aus dem Turm der Marburger Elisabethkirche gerettet und in eine spezialisierte Wildvogel-Aufzuchtstation gebracht. (Foto Archiv)

Ein neues Ei im Nistkasten der Marburger Elisabethkirche sorgt für Aufregung. Nach der dramatischen Rettung der drei Küken gibt es Hoffnung auf weiteren Uhu-Nachwuchs in Marburg.

Eine Webcam machte die Marburger Uhus und ihre drei Küken berühmt – nun hat im Südturm der Elisabethkirche ein neues Kapitel begonnen. Im Livestream des Naturschutzbunds (Nabu) Marburg ist ein Ei im Nistkasten zu sehen. Doch damit nicht genug: Es sei durchaus möglich, dass Uhu-Weibchen "Lisbeth" in den kommenden Tagen noch ein oder zwei weitere Eier nachlegt, sagte Hartmut Möller vom Nabu Marburg der Deutschen Presse-Agentur. "Dazwischen vergehen manchmal zwei bis drei Tage." Über die Webcam im Nistkasten sei bereits zu sehen, dass "Lisbeth" auf dem Ei sitzt.

Erst vor einigen Wochen hatten die drei bereits im März geschlüpften Küken von "Lisbeth" namens "Juhu 1", "Juhu 2" und "Juhu 3" Schlagzeilen gemacht: Sie wurden aus dem Kasten gerettet, nachdem ihnen der Hungertod gedroht hatte. Fachleute seien deshalb davon ausgegangen, dass sich die Hoffnung auf weiteren Nachwuchs in diesem Jahr erledigt habe, teilte der Nabu Marburg mit.

Geräusch macht Hoffnung auf neue Uhu-Babys

Am Mittwochnachmittag war im Livestream dann ein deutliches "Plong" zu hören – für Kenner ein mögliches Zeichen für eine Eiablage. Stunden später habe sich der Verdacht bestätigt: Am Abend sei im Kamerabild ein Ei im Blickfeld zu sehen gewesen, das von den beiden Uhus im Kasten aufmerksam betrachtet worden sei. Von Nachwuchs könne aber noch keine Rede sein - das Ei müsse zunächst über mehrere Wochen bebrütet werden. Ob daraus tatsächlich Küken schlüpften, bleibt laut Nabu Marburg vorerst offen. 

Webcam lief nach Rettungsaktion weiter

Der Livestream war auch nach der Rettungsaktion der drei Küken weitergelaufen und hatte das weitere Geschehen im Nistkasten eingefangen: Neben Uhu-Weibchen "Lisbeth" wird dort seit einiger Zeit auch ein männlicher Uhu gesichtet. Ob es der zuvor lange verschwundene "Hugo" ist, sei nicht sicher - "auch wenn die Uhu-Fangemeinde es so ständig postuliert", sagte Hartmut Möller vom Nabu Marburg: Die Vögel seien nicht beringt und allein anhand des Aussehens könne man keine definitive Aussage treffen. 

Uhu-Küken in Marburg
© Maik Dobbermann/NABU Marburg/dpa

Da hatten sie die Augen noch geschlossen - die drei geretteten Uhu-Küken aus Marburg entwickeln sich in der spezialisierten Wildvogel-Aufzuchtstation prächtig.

Anhand bekannter Verhaltensmuster könne man aber sicher davon ausgehen, dass es sich bei dem weiblichen Vogel um "Lisbeth" handelt - die Weibchen seien standorttreu, und wenn ein Brutplatz einmal als geeignet empfunden wurde, werde er jedes Jahr wieder gewählt, sagte Möller. 

Den Uhu-Mann, der jetzt jede Nacht im Kasten gesichtet werde, habe man mittlerweile "Udo" genannt. Bereits in den vergangenen Tagen, waren an der Elisabethkirche Paarungen beobachtet worden, wie Möller berichtet hatte. Nun wird sich zeigen, ob der zweite Anlauf tatsächlich Erfolg hat.

Küken aus dem März gesund und munter

Seit Januar dieses Jahres betreibt der Nabu die Webcam, über die tausende Interessierte aus aller Welt die Uhu-Brut in dem Nistkasten in etwa 70 Metern Höhe in dem Turm beobachten. Bei der Brut im März hatte die Webcam gezeigt, dass die erst wenige Tage alten Jungvögel nicht mehr mit Futter versorgt wurden. Der Grund: Uhu-Männchen "Hugo" kam nicht mehr mit Beute zu dem Nistkasten, in dem Uhu-Weibchen "Lisbeth" die Küken warmhielt. 

Uhu-Küken mit Uhu-Amme "Momo"
© -/Naturschutzbund NABU Marburg/dpa

Uhu-Amme «Momo» füttert die drei Uhu-Küken.

Die Helfer entschieden sich, einzugreifen und die Küken aus dem Nistkasten zu retten. In einer spezialisierten Aufzuchtstation werden die Küken nun versorgt und sollen im September ausgewildert werden.

Noch bis zum kommenden Dienstag laufe die sogenannte Prägephase für die Küken - in dieser Zeit sollen sie möglichst wenig Sichtkontakt zu Menschen haben, wie Möller erläuterte. Deshalb arbeiteten die Pfleger sehr diskret beim Zufüttern für Uhu-Amme "Momo", die wiederum die Küken weiter füttert. "Sie entwickeln sich prima", teilte Möller auf Anfrage mit.

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