Streiks und hohe Kosten - Lufthansa legt Tochter "Cityline" still
Es ist die nächsten Eskalation rund um die Tarifstreits und Streiks bei Lufthansa: Die Airline stellt den Betrieb ihrer Tochterfirma Cityline ein. Das hat Deutschlands größte Fluggesellschaft jetzt bestätigt - und begründet das mit gestiegenen Kerosinpreisen und “Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen”.
Als ersten Schritt plant der Konzern, bereits ab diesem Samstag die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ am Boden stehen zu lassen. Alle An- und Abflugzeiten am Frankfurter Flughafen gibt es hier.
Lufthansa: Cityline-Maschinen sind alt und teuer
Die Jets stünden kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und hätten vergleichsweise hohe Betriebskosten, teilt Lufthansa mit. Damit könnten weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduziert werden.
“Offener Krieg gegen eigene Mitarbeiter”
Wie uns das Unternehmen bestätigt, sind alle Beschäftigten vorerst freigestellt. Es handelt sich um knapp 500 Pilotinnen und Piloten und rund 800 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. “Ich bin fassungslos. Das ist ein offener Krieg gegen die eigenen Mitarbeiter”, sagt Harry Jaeger von der Kabinengewerkschaft UFO unserem Reporter.
Folgen für Beschäftigte unklar
Laut Lufthansa wurden “allen Beschäftigungsgruppen in der Vergangenheit bereits Angebote für Anschlussbeschäftigungen” unterbreitet.
Der Flugbetrieb der Cityline sollte im kommenden Jahr ohnehin auslaufen. Ihre Verbindungen sollten bis dahin auf die neue Unternehmenstochter Lufthansa City Airlines übergehen. Nach den neuen Entwicklungen zieht der Konzern diesen Schritt jetzt vor - und dabei bleibt es nicht.
Abschied von Langstrecken-Jets
Ende Oktober soll dann die Stilllegung von sechs Langstreckenjets der Lufthansa Kernmarke folgen. Neben vier Airbus A340-600 werden auch zwei Jumbos vom Typ Boeing 747-400 über den kommenden Winter aussortiert.
Der endgültige Abschied von diesem Flugzeugtyp sei für das kommende Jahr vorgesehen. Zusätzlich sollen bei Lufthansa etwa fünf Mittelstreckenflugzeuge aus der Flotte genommen werden.