Trauergottesdienst nach dem gestrigen Unglück in Runkel In Folge des tragischen Unglücks auf dem Gelände einer Gerberei...
Gepostet von Antje Hachmann am Donnerstag, 16. April 2026
Todesfälle in Runkel: Ermittlungen haben begonnen
Todesfälle in Runkeler Gerberei - Ermittlungen haben begonnen
Ein tragischer Arbeitsunfall erschüttert das 9500-Einwohner-Städtchen Runkel in Mittelhessen - und sorgt hessenweit für Betroffenheit. In einer Lederfabrik und Gerberei in Runkel an der Lahn sind fünf Menschen bewusstlos aufgefunden worden, drei davon sind verstorben.
Zwei schwerverletzte Männer wurden in Kliniken gebracht, ihr Zustand gilt auch am Tag nach dem Unglück als kritisch.
Entwarnung nach weiterem Einsatz
Die Feuerwehr war am Nachmittag erneut in Runkel im Einsatz. "Nach dem Vorfall gestern ist heute bei den Ermittlungsarbeiten der Polizei ein Geruch aufgetreten, dessen Herkunft wir nicht bestimmen können", sagte der Sprecher der Feuerwehr der Stadt Runkel, Jörg Martin. Dann aber zum Glück die Entwarnung: Die Messungen waren negativ und der Geruch ungefährlich, hat uns die Feuerwehr mitgeteilt.
Trauergottesdienst am Abend
Einen Tag nach dem tödlichen Arbeitsunfall sollte es einen Trauergottesdienst geben, wie Bürgermeisterin Antje Hachmann auf Facebook mitteilte. Außerdem sollten in Runkel und im Stadtteil Schadeck die Kirchenglocken läuten – "als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit", wie Hachmann schreibt. Die Stadt werde ihre Fahnen auf halbmast flaggen. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Einsatzkräften und Betroffenen dieses Ereignisses", schrieb die Bürgermeisterin.
Verstorbene gedenken vor der Lederfabrik
Am Vormittag nach dem tödlichen Arbeitsunfall kamen Angehörige der Verstorbenen zu der Lederfabrik. Ein Mann trauerte um seinen Bruder, eine Frau sagte, sie wolle Antworten, was geschehen sei.
Absperrbänder hängen noch
Am Tag nach dem Unglück erinnert vor Ort nur noch wenig an den Großeinsatz. Reste von einem Absperrband hängen herab. Am Eingang weist ein Schild auf das nun 200-jährige Bestehen der Firma hin.
Am Abend gibt es einen Trauergottesdienst
Arbeiter bewusstlos in Klärgrube gefunden
Das Unglück ereignete sich in einer Klärgrube auf dem Betriebsgelände. Nach ersten Erkenntnissen könnten die Betroffenen nacheinander in die Grube gestiegen und dort verunglückt sein. Eine mögliche Ursache könnte laut Feuerwehr eine Vergiftung mit Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid oder Schwefelwasserstoff sein. Da in dem Betrieb allerdings mit vielen Chemikalien gearbeitet wird, könnten auch andere Stoffe oder ein Gemisch für das Unglück verantwortlich sein. Die genaue Unfallursache wird nun ermittelt. Wie das Polizeipräsidium Westhessen am Freitagmorgen mitteilte, hat die Kripo die Ermittlungen übernommen.
Einsatzkräfte mussten dekontaminiert werden
Am Nachmittag gegen 16:40 Uhr ging der erste Notruf ein. Ein Mitarbeiter hatte seine bewusstlosen Kollegen in der Grube aufgefunden. Rund 150 Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Gefahrenabwehr waren im Einsatz. Weil in dem Betrieb mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet wird, mussten rund 45 bis 50 Einsatzkräfte, die unmittelbaren Kontakt mit den Verletzten hatten, sicherheitshalber dekontaminiert und medizinisch untersucht werden.
Keine Gefahr für die Bevölkerung
Für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr, sagt der Pressesprecher der Gefahrenabwehr des Landkreises Limburg-Weilburg.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) war am Abend persönlich vor Ort und sprach Bürgermeisterin Hachmann sowie Landrat Michael Köberle sein Beileid aus. Poseck sagte: “Dieser Einsatz ist psychisch hochgradig belastend. Es ist eine große Leistung, dass sich so viele Einsatzkräfte hier diesem Einsatz stellen.”
Bürgermeisterin Hachmann dankt Einsatzkräften
Auch Runkels Bürgermeisterin Antje Hachmann (SPD) äußerte sich tief betroffen: “Wir sind keine sehr große Stadt. Man kennt sich, man hat sich mal gesehen und umso schrecklicher ist das Ganze.” Die Einsatzkräfte vor Ort hätten unfassbar professionelle und gute Arbeit geleistet: “Ich bin froh, dass wir bei der Stadt Runkel so gut ausgestattet sind, dass wir das Ganze so gut bewältigen können.”
Seelsorger sind ebenfalls im Einsatz, um die Einsatzkräfte zu unterstützen.