Auch Hanau auf russischer Liste - Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein
Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter Sergej Netschajew einbestellt - als Reaktion auf russische Drohungen gegen Rüstungsunternehmen in Deutschland. Betroffen sind Firmen in mehreren Städten, darunter eine Firma aus Hanau und zwei Betriebe in München.
Die Ansage aus Berlin ist eindeutig: “Wir lassen uns nicht einschüchtern. Solche Drohungen und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland sind vollkommen inakzeptabel”, schrieb das Außenministerium auf X.
21 Unternehmen auf Drohnenliste
Hintergrund: Auf einer Liste des russischen Verteidigungsministeriums stehen 21 europäische Unternehmen. Es handelt sich um angebliche Standorte für die ukrainische Drohnenproduktion. In Hanau gebe es einen Zulieferer. Die Botschaft aus Moskau: Wer Drohnen für die Ukraine liefere, werde in den Krieg hineingezogen.
Veröffentlichung von Adressen
Das russische Verteidigungsministerium hatte mit der Veröffentlichung der Adressen auf die Ankündigung neuer Drohnenlieferungen an die Ukraine reagiert. Die Lieferungen waren beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin angekündigt worden. Kanzler Friedrich Merz hatte mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zuvor eine “strategische Partnerschaft” vereinbart, die auch militärische Komponenten beinhaltet.
Geschlossenheit testen
Die förmliche Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel. Das Außenministerium in Berlin bezeichnete direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland als einen “Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen".
Reaktion aus Hanau
Die Stadt Hanau hat als Reaktion darauf nach eigenen Angaben Kontakt zu Verfassungsschutz, Staatsschutz, Polizei und dem Regierungspräsidium Darmstadt aufgenommen. “Einschüchterung funktioniert oft mit Desinformation und fehlender Information”, erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).
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