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Prozess um Anschlag auf Swift Konzert startet

Prozess startet heute in Wien - Anschlag auf Taylor-Swift-Konzert geplant

Drei Konzerte hatte US-Superstar Taylor Swift 2024 in Wien geplant. Kurz davor wurden mutmaßliche Anschlagspläne aufgedeckt. Ein Prozess soll die Geschichte rund um die geplatzten Auftritte aufhellen.

Knapp zwei Jahre nach den wegen Terrorgefahr abgesagten Taylor-Swift-Konzerten in Wien beginnt der Prozess gegen zwei Mitglieder einer mutmaßlichen Terrorzelle. Der 21 Jahre alte IS-Anhänger Beran A. soll laut Staatsanwaltschaft beim Swift-Konzert am 9. August 2024 ein Blutbad geplant haben. Der gleichaltrige zweite Angeklagte Arda K. wollte der Justiz zufolge ein Anschlag in Istanbul verüben, hat aber mit den Plänen für das Swift-Konzert nicht direkt etwas zu tun. Beiden Männern drohen im Verfahren vor dem Landesgericht Wiener Neustadt lange Haftstrafen.

Wie sahen die Pläne laut Behörden aus?

Eine Variante des Plans von Beran A. soll laut früheren Ermittlungen gewesen sein, mit seinem Auto in vor dem Ernst-Happel-Stadion wartende Swift-Fans zu rasen und mit Sprengstoff sowie Hieb- und Stichwaffen Menschen mit in den Tod zu reißen. Gegenüber dem Staatsschutz soll er nach der Festnahme gesagt haben, er habe "sich selbst und eine große Menschenmenge" töten wollen, so die Behörden damals. Der Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln soll Teil eines islamistischen Netzwerks gewesen sein.

Was führte zur Absage der Konzerte?

Beran A. war an seinem Wohnsitz in Ternitz in Niederösterreich nach dem Hinweis eines US-Geheimdiensts kurz vor dem ersten Konzert festgenommen worden. Er hatte laut Polizei am 25. Juli seinen Job gekündigt und dabei gesagt, dass er noch Großes vorhabe. In dieser Zeit hat er der Justiz zufolge mit konkreten Vorbereitungen des Anschlags begonnen. Nach Darstellung der Regierung war die Bedrohungslage "sehr ernst". Sicherheitshalber wurden alle drei Konzerte in Wien mit erwarteten 200.000 Besuchern vom Veranstalter abgesagt.

Worauf gründet sich der Verdacht einer "Terrorzelle"?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeklagten sowie ein in Saudi-Arabien in Haft sitzender Islamist eine anschlagsbereite Terrorzelle bildeten. Laut Justiz waren die Verdächtigen, die sich von der Schule kannten, Anhänger der Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS). Sie sollen im März 2024 jeweils allein zu von ihnen geplanten Anschlägen nach Istanbul, Dubai und Mekka gereist sein. Ein Mitglied des Trios stach mehrere Sicherheitsbeamte in Mekka nieder und wurde festgenommen. Beran A. und Arda K. dagegen kehrten unverrichteter Dinge aus Istanbul und Dubai zurück. Kurz darauf soll Beran A. den Anschlag auf das Swift-Konzert bei ihrer "Eras"-Tour geschmiedet haben.

Was war die "Eras"-Tour?

Die sechste große Konzerttournee von Taylor Swift (36) begann im März 2023 in den USA und endete im Dezember 2024 im kanadischen Vancouver. Mit der Welttournee wollte die Musikerin alle bis dahin veröffentlichten Alben und ihre "musikalischen Epochen" feiern. Im Sommer 2024 kam Swift für Konzerte nach Europa - unter anderem nach Großbritannien, Italien, Polen und Deutschland. 

Was machten die angereisten Swift-Fans nach der Absage?

Viele Tausend Fans von Taylor Swift feierten in der Wiener Innenstadt auch ohne ihr Idol. Die meist jungen Menschen sangen die Songs des Megastars, tauschten Armbänder und machten unzählige Selfies. Einige Lokale boten den Fans als Trostpflaster für das entgangene Vergnügen Gratis-Getränke an.

Wie hat Swift damals reagiert?

Rund zwei Wochen schwieg Swift zu dem Thema - und spielte währenddessen fünf ausverkaufte Konzerte in London. Dann schrieb sie auf Instagram, aus Vorsicht habe sie zunächst schweigen wollen, bis die Konzerte in London über die Bühne gegangen seien. "Der Grund für die Absagen hat in mir ein neues Gefühl der Angst ausgelöst und eine große Schuld, weil so viele Menschen geplant hatten, zu den Shows zu kommen", schrieb Swift. Aber sie sei auch den Behörden dankbar, "denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Leben". 

Gab es Anschläge auf andere Musikevents?

Ja. 2017 hatte ein 22 Jahre alter islamistischer Selbstmordattentäter nach einem Konzert von US-Sängerin Ariana Grande in Manchester einen Sprengsatz gezündet und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren viele Jugendliche. Etwa 800 Menschen wurden verletzt oder traumatisiert. Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich. 

Wie lange dauert der Prozess in Wiener Neustadt?

Bisher sind vier Verhandlungstage anberaumt. Am 21. Mai könnte ein Urteil fallen.

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