1. Mai-Demos - DGB meldet mehr Teilnehmer in Hessen
Mitten in der Wirtschaftsflaute demonstrieren fast 20.000 Menschen am 1. Mai in Hessen. Mehr als vor einem Jahr. Ihr Motto: "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Was fordert der DGB-Landeschef?
Am Tag der Arbeit hat der DGB in Hessen nach eigenen Angaben mehr Zulauf als am 1. Mai vor einem Jahr erlebt. Unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" seien 19.500 Menschen auf die Straße gegangen - 3.000 mehr als am 1. Mai 2025, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund mit. Landesweit habe es diesmal 27 Veranstaltungen gegeben.
Der DGB-Chef von Hessen und Thüringen, Michael Rudolph, sagte bei der hessischen Hauptkundgebung in Herborn im Lahn-Dill-Kreis laut Mitteilung, die wachsenden Teilnehmerzahlen und die gute Stimmung bei den Demos zeigten, dass die gewerkschaftliche Stärke von großer Solidarität getragen sei. Und von einer Entschlossenheit, "für gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine gerechte Verteilung des Reichtums zu kämpfen". Angriffen auf den Acht-Stunden-Arbeitstag und den Sozialstaat "werden wir uns entschieden entgegenstellen".
Sonnenschein und Unsicherheit
Rudolph sprach bei Sonnenschein von einer wachsenden Unsicherheit vieler Beschäftigter. Mit Blick auf die Arbeitgeber sagte er: "Gerade jetzt brauchen die Menschen die Verlässlichkeit ihres Arbeitsplatzes und die Sicherheit des Sozialstaats – nicht Kürzungen." Die Krise in der Wirtschaft könne "nur solidarisch bewältigt werden, nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer".
Der DGB-Landeschef forderte eine "gerecht ausgestaltete Erbschaftsteuer ohne Schlupflöcher für große Vermögen sowie die Wiedereinführung einer Vermögensteuer, um Investitionen in Bildung, Kommunen und gute Arbeit dauerhaft zu sichern".
In Herborn sprach auch der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) zu den Teilnehmern.