Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff - Deutsche von Frankfurt auf Weg nach Hause
Vier deutsche Passagiere der "Hondius" sind nach dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffes in der Nacht in Frankfurt angekommen. Mittlerweile sind sie auf dem Weg nach Hause.
Die vier Personen sind inzwischen an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne gekommen, teilte PD Dr. Timo Wolf, Leiter der Sonderisolierstation für hochpathogene Infektionserreger an der Universitätsmedizin Frankfurt mit. Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die jeweils zuständigen Gesundheitsämter.
Untersuchungen in der Uniklinik Frankfurt
"In der vergangenen Nacht wurden die Betroffenen sicher in die Universitätsmedizin Frankfurt transportiert und dort aufgenommen. Die Zusammenarbeit beim Transport mit allen beteiligten internen und externen Partnern verlief reibungslos und sehr professionell. Den untersuchten Personen geht es gut. Bislang haben sich keine Hinweise auf eine Erkrankung ergeben“, erläutert PD Dr. Timo Wolf.
Personen sind zu Hause
Die betroffenen Personen wurden aus der Universitätsmedizin Frankfurt entlassen und in ihre jeweiligen Heimatbundesländer verlegt. Dort übernehmen die zuständigen Behörden die weitere Unterbringung, Betreuung und medizinische Überwachung. Die Betroffenen kommen aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen.
Sonderisolierstation
Die Universitätsmedizin Frankfurt verfügt über eine Sonderisolierstation für hochpathogene Infektionskrankheiten, die diese Spezialeinheit für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland vorhält. Der Standort verfügt über ausgewiesene Expertise sowie langjährige Erfahrung im Umgang mit hochinfektiösen Erregern.
Flugzeug brachte Passagiere von Teneriffa nach Eindhoven
Mit einem von der Kanaren-Insel Teneriffa kommenden Flugzeug waren insgesamt 26 Passagiere und Crewmitglieder der "Hondius" eineinhalb Stunden zuvor in Eindhoven gelandet. Neben den vier Deutschen sowie Niederländern befanden sich auch Belgier und Griechen an Bord, alle ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.
Gesundheitscheck für Evakuierte nach Landung
Am Flughafen in Eindhoven warteten Spezialisten auf die Evakuierten, um sie medizinisch zu untersuchen. Die niederländischen Passagiere wurden anschließend nach Hause gebracht, wo sie sich sechs Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben müssen.
Mehrere Evakuierungsflüge
Noch vor dem Abflug der Maschine nach Eindhoven waren im Rahmen der Evakuierungsaktion auf der spanischen Urlaubsinsel drei Flugzeuge jeweils mit Spaniern, Franzosen und Kanadiern gestartet. Weitere Maschinen aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA folgten. Am Montag sollen eine weitere Maschine aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien zum Einsatz kommen.
Sechs Deutsche an Bord
Die "Hondius" war am frühen Sonntagvormittag in den Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingefahren. Auf dem Kreuzfahrtschiff waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide waren insgesamt sechs Deutsche an Bord.
Sechs Infizierte und zwei Verdachtsfälle
Laut den jüngsten Angaben der WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.
"Hondius" fährt weiter nach Rotterdam
Sobald die Menschen von Bord sind, soll die "Hondius" ihre Fahrt mit einem Teil der Crew sofort fortsetzen und Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll der Leichnam der an Bord gestorbenen Deutschen vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffes wird in den Niederlanden vorgenommen. Bis nach Rotterdam ist die "Hondius" rund fünf Tage unterwegs. Wann sie dort ankommen soll, ist noch nicht bekannt.