Vogelzählung in Hessen - Warum Spatzen in Gärten verschwinden
Die jüngste Vogelzählung in Hessen, die „Stunde der Gartenvögel“, zeigte sowohl positive als auch negative Trends. Einige Finkenarten waren häufiger zu sehen, vor allem der Spatz allerdings deutlich seltener.
Der Haussperling bleibt zwar der meistgemeldete Vogel, wurde jedoch in geringerer Anzahl gesichtet.
Viele Arten betroffen
Vor zehn Jahren lag der Durchschnitt bei 5,37 Haussperlingen pro Garten; dieses Jahr waren es nur noch 4,14. Auch der Feldsperling, der ebenfalls zu den Spatzen zählt, zeigt einen starken Rückgang - von 1,96 Vögeln pro Garten im Jahr 2016 auf nur noch 0,93 im Jahr 2026.
Wenig Futterangebot in den Städten
Bernd Petri vom Naturschutzbund Hessen erklärte, dass dieser Rückgang besorgniserregend ist. Er könnte ein Hinweis auf den schlechten Zustand der Natur in städtischen Gebieten sein, oft bedingt durch mangelndes Nahrungsangebot und Verlust von Lebensräumen.
Finken wieder häufiger gezählt
Der Buchfink legte im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zu, der Grünfink immerhin um ein Prozent. Petri sagte, es gäbe derzeit keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden, einem Erreger, der früher Verluste bei Finkenarten verursacht hatte. Dennoch sinken die Grünfinkzahlen weiterhin, möglicherweise wegen vergangener Infektionswellen.
Amselzahlen bleiben stabil
Bei der Amsel deutet nichts auf größere Verluste hin, wie sie in den vergangenen Jahren festgestellt worden waren. Die Abendsängerin wurde ähnlich häufig wie 2025 gemeldet.
Viele Menschen haben mitgemacht
In Hessen zählten mehr als 3.800 Menschen in über 2.600 Gärten und meldeten insgesamt über 71.000 Vögel. Die nächste Aktion, die „Stunde der Wintervögel“, ist für den 8. bis 10. Januar 2027 geplant.