Trump empfängt Israel & Ukraine - Netanjahu und Selenskyj im Weißen Haus
Es ist auch für einen US-Präsidenten ein außergewöhnlich volles Programm: Gleich zweimal empfängt er hochrangigen ausländischen Besuch im Weißen Haus. Anlass war die Trauerfeier für US-Senator Lindsey Graham, einen wichtigen Unterstützer Israels und der Ukraine.
Im Fokus standen die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine. Netanjahu und Trump diskutierten über den Iran-Krieg, während Selenskyj und Trump über neue Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sprachen.
Das erste Treffen seit Beginn des Iran-Krieges
US-Präsident Donald Trump empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs. Der Besuch wurde auch deshalb mit Spannung erwartet, weil unterschiedliche Interessen im Ende Februar gemeinsam von Israel und den USA begonnenen Krieg zuletzt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten. Unmittelbar vor Netanjahu empfing Trump bereits den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus.
“Ich brauche Bibi nicht”
Im Gespräch mit dem Sender Fox News sagte Trump, Netanjahu würde versuchen, ihn davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Angesprochen auf Berichte, dass Netanjahu bei seinem Treffen mit ihm über Aktivitäten rund um eine mutmaßliche Atomeinrichtung im Iran sprechen wolle, die als Pickaxe Mountain bekannt ist, sagte Trump: “Nun, ich brauche Bibi nicht, um mir das zu sagen. Bibi erzählt mir das, weil er möchte, dass ich weiterhin involviert bleibe.”
Netanjahu solle Geheimdienstinformationen haben
Der israelische TV-Sender N12 berichtete, Netanjahu wolle Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bestrebungen des Irans vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wiederaufzubauen. Dazu gehörten auch angebliche Bestrebungen von Irans oberstem Führer, Ajatollah Modschtaba Chamenei, auf eine Atomwaffe hinzuarbeiten. Teheran dementiert solche Berichte schon seit Jahren. Medienberichten zufolge könnte Netanjahu Trump um die Zustimmung zu neuen Angriffen Israels im Iran bitten. Vor einer richtungsweisenden Wahl in Israel im Oktober ist es für Netanjahu allerdings auch entscheidend, Einigkeit mit Trump zu zeigen.
Selenskyj und Netanjahu gedenken US-Senator Graham
Anlass der zwei internationalen Treffen war ein Trauerfall: Selenskyj und Netanjahu kamen in die US-Hauptstadt zur Trauerfeier für den unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham. Er hatte sich einen Namen als wichtiger Unterstützer Israels und der Ukraine gemacht.
Selenskyj und Trump hinter verschlossenen Türen
Trump hatte Selenskyj in den vergangenen Wochen am Rande verschiedener Gipfel mehrfach persönlich gesprochen. Das Treffen nun im Weißen Haus fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde. Sie sollen über eine Stärkung der ukrainischen Flugabwehr gegen russische Raketenangriffe gesprochen haben, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. "Der Präsident und ich haben über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen und andere Dinge, die helfen können", schrieb er.
Neue Bemühungen um Kriegsende in der Ukraine
Außerdem sei es um eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende gegangen. "Ich bin den Vereinigten Staaten dankbar für ihre feste Unterstützung", erklärte Selenskyj. Die USA sehen sich in dem Krieg als Vermittler. Ihre Bemühungen für ein Kriegsende sind zuletzt aber auch infolge des eigenen Kriegs gegen den Iran in den Hintergrund geraten.