Gewaltkriminalität - Polizei sucht nach tödlichen Schüssen in Berlin nach Zeugen
Streit, Schüsse, ein Toter: Am Berliner Bahnhof Zoo ist ein 30-Jähriger in der Nacht erschossen worden. Die Mordkommission fahndet nach einer Tatperson. Noch sind viele Fragen offen.
Ein Streit am Bahnhof Zoo in Berlin ist in der Nacht zu Montag tödlich geendet. Auf dem Hardenbergplatz im Stadtteil Charlottenburg wurde ein 30-Jähriger angeschossen und trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort für tot erklärt. Die Ermittler suchen nach einer tatverdächtigen Person, die mit einem Fahrzeug vom Tatort flüchtete. Nach bisherigen Erkenntnissen waren zunächst mehrere Personen in einen Streit geraten, bevor aus der Gruppe heraus Schüsse auf den 30-Jährigen fielen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Die 1. Mordkommission des Landeskriminalamts ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Die Ermittlungen zur Identität der beteiligten Personen und den Hintergründen der Tat dauern an.
Polizei und Staatsanwaltschaft haben einen Zeugenaufruf gestartet. Wer am Sonntag gegen 23.50 Uhr auf dem Hardenbergplatz etwas beobachtet habe, das mit der Tat in Verbindung stehen könnte, solle sich bei der Mordkommission per Telefon unter der 030 4664 911111 oder per E-Mail an lka111-hinweis@polizei.berlin.de melden. Es sei auch möglich, sich an jede andere Polizeidienststelle zu wenden.
Die Leiche des Opfers soll noch am Montag obduziert werden. Die Tatortarbeit am Hardenbergplatz war am Morgen weitgehend abgeschlossen.
Der Fall reiht sich in eine beunruhigende Serie ein. Erst am Freitagabend war in Berlin-Kreuzberg ein 22-Jähriger vor einem Café angeschossen worden. "In Berlin vergeht kaum eine Nacht, in der nicht irgendjemand zur Schusswaffe greift", hatte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), im März gesagt.
Nach dem jüngsten Vorfall warnt die GdP erneut vor einer besorgniserregenden Entwicklung. GdP-Landesvorsitzender Stephan Weh verwies auf neue digitale Instrumente für die innere Sicherheit und nannte London als Beispiel, wo Überwachungskameras und automatische Gesichtserkennung eingesetzt würden. "Polizei allein kann dieses Problem nicht lösen", so Weh. Es brauche konsequente Strafverfolgung und spürbare Konsequenzen.