Viele Hitzetote - Stress bei Bestattern in Hessen
Mehr Sterbefälle durch extreme Hitze und gleichzeitig weniger Personal wegen der Urlaubssaison: Die Bestattungsinstitute in Hessen kommen aktuell an ihre Belastungsgrenze. Die Arbeit ist aufwendig, aber landesweite Engpässe gibt es den Angaben zufolge bislang nicht.
Die Hitze fordert Todesopfer. Die Bestatter in Hessen sind deshalb laut dem Landesverband voll ausgelastet. Es sei eine Herausforderung, die vielen Einsätze zu disponieren, heißt es von Verbandschef Dominik Kracheletz. Die Arbeit lasse sich aber bewältigen.
Weniger Personal, mehr Einsätze
Derzeit treffe eine erhöhte Sterbefallquote auf die Urlaubszeit in den Betrieben. Das Personal müsse Tag und Nacht mehr Dienstleistungen erbringen. Das sei für die Mitarbeiter ganz schön anstrengend, sagt Kracheletz.
1.650 hitzebedingte Todesfälle
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Hessen während der Hitzeperiode bislang rund 1.650 Menschen an den Folgen der hohen Temperaturen gestorben. Das seien mehr als in den vergangenen Jahren, so das RKI.
Keine Probleme bei der Kühlung
Trotz der starken Auslastung gebe es im Land keine Kapazitätsengpässe. Wenn ein Bestatter nicht kann, übernehme laut Verband der nächste. Auch bei der Lagerung in Kühllagern, Krematorien oder Kirchen sind den Angaben zufolge bislang keine größeren Probleme bekannt.
Jahresdurchschnitt bleibt wohl gleich
Rund 260 Bestattungshäuser sind Mitglied im hessischen Landesverband. Im Durchschnitt bearbeitet ein Betrieb laut Kracheletz zwischen 120 und 200 Fälle pro Jahr. Daran wird auch die Hitzewelle vermutlich nichts ändern. Die Sterbefälle der heißen Tage betreffen demnach vor allem Menschen, die den Angaben zufolge ohnehin in naher Zukunft gestorben wären.