Nach jahrelangem Rechtsstreit - Büttelborn kriegt ersten Biblis-Schutt
Lange wird auch vor Gerichten gestritten. Jetzt rollt der Schutt vom Akw Biblis zur Deponie in Büttelborn.
Nach langem Tauziehen soll noch in dieser Woche der erste Schutt vom Rückbau des ehemaligen Atomkraftwerks Biblis auf der Deponie Büttelborn im benachbarten Kreis Groß-Gerau gelagert werden. Am Donnerstag (03.09.) sollen rund 60 Tonnen Abfall geliefert werden, teilte die für den Rückbau des Kraftwerks zuständige RWE Nuclear GmbH mit. Weitere 120 Tonnen sollen in diesem Jahr folgen.
Keiner will den strahlenden Schutt
Um die Einlagerung hatte es Streit gegeben, der auch juristische ausgefochten wurde. Es geht um mehr als 3.000 Tonnen leicht radioaktiven Abfall, der spezifisch entsorgt werden muss. Das Grundproblem: Der Kreis Bergstraße hat keine eigene Deponie, deswegen wird dieser Müll im Nachbarkreis Groß-Gerau auf der Halde Büttelborn gelagert. Dort hatte man sich dagegen gewehrt. Weder Kreis noch Kommune noch der Betreiber der Deponie wollten das belastete Material.
Rahmenbedingungen vereinbart
Nach Angaben von RWE haben sich die Beteiligten in den vergangenen Monaten über die rechtlichen Rahmenbedingungen abgestimmt und dies vertraglich vereinbart. "Um die Anlieferung gab es einen langjährigen Rechtsstreit. Im Februar 2025 hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof die Rechtmäßigkeit der Anlieferung letztinstanzlich bestätigt", hieß es in einer Mitteilung.
Anlage wird seit 2017 abgerissen
Nach der Fukushima-Katastrophe 2011 in Japan wurde das Kernkraftwerk wie nach und nach alle anderen deutschen Kernkraftwerke stillgelegt. Seit 2017 wird die Anlage abgerissen. Die beiden Druckwasserreaktoren in Block A und Block B waren 1974 beziehungsweise 1976 in Betrieb gegangen.