Gen-Z-Proteste am Samstag - Was die jungen Leute fordern
Marode Schulen, steigende Preise und die Sorge vor Wehrdienst: "Gen Z regelt" wirft der Bundesregierung vor, junge Menschen nicht ernst zu nehmen.
Die Jugend-Gruppierung "Gen Z regelt" fordert von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und der Bundesregierung insgesamt mehr Gehör. "Es reicht uns!", beginnt das Schreiben. "Ihre Sparpolitik nimmt uns jede Hoffnung", heißt es weiter in dem offenen Brief an Merz, den über 20.000 Personen unterzeichnet hatten. "Hören Sie uns endlich zu!" Das Schreiben hat einige prominente Erstunterzeichner.
Was "Gen Z regelt" kritisiert
In dem Brief wird eine "Politik auf dem Rücken der jungen Generation" kritisiert. "Wenn eine ganze Generation erlebt, dass sie nur gebraucht, aber nie gefördert wird, verliert sie das Vertrauen in die Demokratie."
Die Verfasser zählen auf, was sie bemängeln: "Marode Schulen, zu wenig Lehrpersonal, die Klimakrise, Krieg in Europa, steigende Preise und dann noch Wehrdienst und Musterung: Das alles, ohne dass Sie uns zuhören, unsere Ängste ernstnehmen und Einwände einbeziehen." Beklagt werden eine Kürzung künftiger Renten, fehlende Fachkräfte sowie gestrichene Programme der Kinder- und Jugendhilfe.
Die Forderungen
"IHRE POLITIK FÄHRT UNSERE ZUKUNFT GEGEN DIE WAND! Deshalb gehen wir am 31. Oktober auf die Straße – friedlich, laut und entschlossen", kündigen die Verfasser an. Als Forderungen zählen sie auf:
- "Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen.
- Ein bezahlbares Leben. Die Sorgen der Menschen gehören ganz oben auf die Tagesordnung.
- Lasten gerecht verteilen, statt bei der jungen Generation zu sparen.
- Nein zur Wehrpflicht. Über unsere Zukunft entscheidet niemand ohne uns.
- Grundrechte schützen, statt die Überwachung immer weiter auszubauen.
- Konsequenter Klimaschutz jetzt, damit wir eine Zukunft haben."
Als Losung geben die Unterzeichner aus: "Wir gehen raus. Wir bleiben friedlich. Wir bleiben laut." Zur Art des Protests heißt es: "Wir wollen solidarisch auf die Straße gehen. Wir sind überparteilich. Bei uns ist kein Platz für Diskriminierung jeder Art. Wir stehen für eine demokratische Gesellschaft, in der alle gleich viel zählen – auch die junge Generation."
Zu den Erstunterzeichnern gehören Linken-Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek, der Musiker Bela B, Ruben Neugebauer von der Flüchtlingsorganisation Leave No One Behind, die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang sowie das Führungsduo der Grünen Jugend, Henriette Held und Luis Bobga.