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Preise für Gold und Silber nach Rekordjagd unter Druck

Edelmetalle - Preise für Gold und Silber nach Rekordjagd unter Druck

Goldpreis
© Prabhat Kumar Verma/ZUMA Press Wire/dpa

Nach der Rekordrally sackte der Goldpreis zuletzt wieder ab. (Archivbild)

Sie gelten in Krisenzeiten als "sichere Häfen", und angesichts globaler Konflikte verteuerten sich Gold und Silber rapide. Nun dreht der Trend. Das liegt auch an einer Entscheidung von Donald Trump.

Nach einer monatelangen Rekordjagd sind die Preise für Gold und Silber auf Talfahrt. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) fiel um mehr als vier Prozent auf 4.670 US-Dollar, nachdem er am Freitag bereits um neun Prozent abgesackt war.

Zeitweise war der Goldpreis im frühen Handel sogar bis auf 4.402 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen. Das sind fast 1.200 Dollar oder etwa ein Fünftel weniger als beim Rekordhoch am Donnerstag. 

Was Analysten als Grund für den Kurssturz sehen

Wesentlicher Auslöser für die Einbrüche bei den Preisen sind jüngste Kursgewinne beim US-Dollar. Die amerikanische Währung profitierte von der Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger des US-Notenbankchef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.

Da Metalle in der Regel in Dollar gehandelt werden, spielt der Kurs der US-Währung eine wichtige Rolle für die Nachfrage. Ein starker Dollar macht die Metalle auf dem Weltmarkt teurer, was die Nachfrage bremst und die Preise belastet.

Hinzu kommen Spekulanten, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Diese hatten auf noch höhere Metallpreise gesetzt. Da diese spekulativen Geschäfte oft über Kredit laufen, kommen die Investoren bei fallenden Preisen schnell in Bedrängnis und müssen Positionen verkaufen. Das setzt den Preis dann weiter unter Druck und löste eine Abwärtsspirale aus.

Goldpreis immer noch höher als 2025

Trotz des jüngsten Einbruchs ist Gold immer noch etwas teurer als Ende 2025. Analysten bleiben optimistisch und rechnen in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Preisen. Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als "sichere Häfen" in Krisenzeiten.

Auch Silber und Kupfer stürzen ab

Beim Silber fällt der Einbruch vom Rekordhoch noch drastischer aus. Der Preis für eine Feinunze sackte zeitweise auf 71,38 Dollar, nach einem Rekordhoch von 121,65 Dollar in der vergangenen Woche. Im Handelsverlauf konnte die Notierung aber einen Teil der Verluste wettmachen und wurde zuletzt bei 82,30 Dollar gehandelt.

Silber
© Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Der Preis für Silber fiel noch deutlich als der für Gold. (Archivbild)

Heftige Preisschwankungen gab es auch beim Preis für Kupfer, das ebenso wie Silber ein wichtiger Rohstoff für die Industrie ist. Unter anderem wird Kupfer in der Elektrotechnik, in der Bauwirtschaft und im Maschinenbau gebraucht. Der Preis für Kupfer fiel an der Börse in London um 5,7 Prozent auf 12.414 Dollar je Tonne. Hier war in der vergangenen Woche noch ein Rekordhoch bei mehr als 14.500 Dollar erreicht worden.

Und was macht Platin?

Experten vom Edelmetallhändler Heraeus wiesen darauf hin, dass der Preis für Platin von seinem Rekordstand bei 2.919 Dollar bis auf 1.885 Dollar je Unze absackte, was einem Rückgang von rund 35 Prozent entspricht. "Die Schwäche setzte bereits vor den Rückgängen bei Gold und Silber ein, was die größere Abhängigkeit Platins von Konjunktur und Industrieerwartungen widerspiegelt", heißt es in einer Analyse von Heraeus.

Die Aussichten 

Trotz der heftigen Marktturbulenzen haben Rohstoffexperten der Deutschen Bank das Ziel für den Goldpreis nicht verändert und weiter bei 6.000 Dollar je Unze im Laufe dieses Jahres belassen. Ihrer Einschätzung nach bleiben unter anderem Anleger in China ein wichtiger Treiber bei den Goldkäufen.

Zuletzt hatten vor allem geopolitischen Risiken die Preise für Edelmetalle angetrieben. Hinzu kommt die Aussicht auf weiter fallende Zinsen, die als Preistreiber wirkt. Beim Gold hielten zudem die Käufe von Notenbanken die Nachfrage hoch. Auch die Analysten von Heraeus sehen die Gründe für steigende Preise weiter intakt: "Fundamentale Veränderungen waren für die jüngste Entwicklung hingegen nur von untergeordneter Bedeutung", heißt es in der Analyse.

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