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Briefgeschäft wird zum Ballast für die Post

Zu geringe Briefmenge - Briefgeschäft wird zum Ballast für Post

Postfiliale
© Bernd Weißbrod/dpa

Eine gute alte Postfiliale, in der es Briefmarken zu kaufen gibt und Pakete aufgegeben werden können.

Der Blick in den Briefkasten war früher tägliches Pflichtprogramm. Heute schauen viele Bürger lieber in ihre Mailbox oder Chat-Apps. Das merkt auch die Post.

Ein schwächelndes Briefgeschäft macht der Deutschen Post zu schaffen. Wie der DHL-Konzern in Bonn mitteilte, stieg der Umsatz im Bereich Post & Paket Deutschland im ersten Quartal zwar um 1,7 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) sackte allerdings um 5,8 Prozent auf 264 Millionen Euro ab - die Geschäfte im Stammgeschäft des gelben Riesen wurden also weniger profitabel. 

Das Unternehmen begründete diese Entwicklung mit sinkenden Briefmengen, wodurch das Ergebnis belastet werde. Wenn ein Briefträger nur noch einen Brief bis zu einem Haus bringt und nicht mehr zwei oder drei, steigen die sogenannten Stückkosten für den Transport. Hinzu kommen höhere Personalkosten. Im Jahresauftaktquartal sackte die von der Post beförderte Briefmenge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13,2 Prozent auf 2,5 Milliarden ab. Der Rückgang war deutlich stärker als im Gesamtjahr 2025, als es um 7,2 Prozent nach unten gegangen war. 

Finanzchefin Melanie Kreis begründete den verstärkten Mengenschwund mit einem relativ hohen Vergleichswert: Im ersten Quartal 2025 hatte die Bundestagswahl stattgefunden, bei der die Post mit der Briefwahl Extra-Geschäft gemacht hatte. Außerdem habe man inzwischen einen größeren Werbepostkunden verloren. 

Der Vorstandsvorsitzende Tobias Meyer sagte, er sei nicht überrascht. "Wir sehen eine Beschleunigung des Briefmengenrückgangs strukturell - diese Entwicklung setzt sich fort." Im weiteren Jahresverlauf werde sich der Rückgang etwas abschwächen. Mit Blick auf die gesunkene Profitabilität des Briefgeschäfts sagte der Manager, dieses Jahr habe es nun mal keine Portoerhöhung gegeben und daher habe man Effekte wie die höheren Spritkosten nicht weitergeben können. "Wir haben hier steigende Kosten und inflationären Druck." Die nächste staatlich bewilligte Portoerhöhung wird Anfang 2027 erwartet.

Weniger Briefe, mehr Pakete

Im Digitalzeitalter schreiben die Menschen immer weniger Briefe und die Firmen setzen bei ihrer Werbung und Kundenkommunikation immer stärker auf digitale Kanäle - das bekommt die Post zu spüren. Das Paketgeschäft zieht hingegen an, da die Menschen mehr Waren im Internet bestellen als früher. "In Summe sehen wir uns gut aufgestellt, wie wir diese Veränderung von Brief zu Paket bewerkstelligen", so Meyer. Im ersten Quartal 2026 zog die Paketmenge um 6,2 Prozent an. Das ist ein relativ mickriger Wert, im gesamten Jahr lag dieser Wert mit 11,7 Prozent fast doppelt so hoch. Nach Darstellung des DHL-Managements lag das verlangsamte Paketmengenwachstum an der schwachen Konjunktur.

Das Wachstum der Paketmenge konnte die zurückgehenden Briefmengen beim operativen Ergebnis nicht ausgleichen. Der Konzern hat sich in DHL umbenannt, an der Börse heißt er aber noch Deutsche Post. Auch im Inland firmiert er unter dem deutschen Traditionsnamen.

Jahresbilanz DHL Group - Deutsche Post
© Oliver Berg/dpa

Konzernchef Tobias Meyer wertet die Quartalszahlen positiv.

Im Ausland lief es besser

Während der weltweit tätige Logistiker im Inland Gegenwind bekam, schnitt er im Ausland zum Jahresstart überraschend gut ab. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg konzernweit den Angaben zufolge um 8,3 Prozent auf fast 1,5 Milliarden Euro. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten durchschnittlich nur ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Der Umsatz sank allerdings um 1,9 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro, was DHL vor allem mit negativen Währungseffekten begründete. Konzernchef Meyer bestätigte die Jahresziele. Das Geschäftsmodell sei resilient und die Sparmaßnahmen wirksam, sagte er.

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