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Commerzbank-Chefin: Großteil des Jobabbaus entfällt auf KI

Commerzbank-Chefin zu Jobabbau - "Sehr großer Teil" entfällt auf KI

Die Commerzbank will im Übernahmekampf mit der Unicredit weitere 3.000 Stellen streichen. Nun erklärt Chefin Bettina Orlopp, wo Jobs wegfallen und welche Rolle dabei Künstliche Intelligenz spielt.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat präzisiert, wo sie im Übernahmeringen mit der Unicredit etwa 3.000 Stellen abbauen will. Auf Künstliche Intelligenz (KI) entfalle dabei ein "sehr großer Teil", sagte die Managerin der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "KI ist sehr kraftvoll in verschiedenen Bereichen." Die Auswirkungen seien größer als man vor gut einem Jahr angenommen habe. 

Beim Jobabbau will sie die eigene Belegschaft so weit wie möglich schonen. "Wir gehen zum Beispiel an die Kapazitäten bei externen Call-Centern ran", sagte Orlopp. "Das Gleiche gilt für das IT-Umfeld, wo wir noch viele Externe einsetzen." 

Mit dem Stellenabbau und ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 stemmt sich die Commerzbank gegen eine Übernahme. So versucht der Dax-Konzern seine Aktionäre zu überzeugen, ihre Anteile nicht an die italienische Großbank zu verkaufen. 

Betriebsbedingte Kündigungen will die Commerzbank vermeiden. "So, wie unsere Demografie in der Bank ist, werden wir diesen Prozess maximal sozialverträglich gestalten", bekräftigte Orlopp. 

Übernahme-Poker spitzt sich zu 

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Die Großbank mit Sitz in Mailand bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlängert werden. 

 

Bettina Orlopp
© Boris Roessler/dpa

Immer weiter: Bettina Orlopp verordnet der Commerzbank ambitionierte Ziele.

Die Unicredit ist in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und sieht Potenzial für Milliarden-Einsparungen. Bei der Commerzbank wird das Vorgehen der Unicredit als feindlich bewertet. Dabei erhält das Institut Unterstützung vom Bund, der gut zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile hält.

"Was wir nicht gebrauchen können, ist eine Destabilisierung unserer Organisation", betonte Orlopp. Die Unicredit war die Commerzbank unter anderem in einer Social-Media-Kampagne scharf angegangen und wurde dafür von der Finanzaufsicht Bafin gerügt. "Wir achten darauf, dass wir die Organisation stabil halten, trotz dieser unangemessenen Angriffe", sagte Orlopp. 

Äußerungen von EZB-Vize stoßen auf Kritik 

Kritik äußerte Orlopp an Äußerungen aus der Europäischen Zentralbank (EZB), die als Bankenaufsicht den Einstieg der Unicredit prüft. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hatte kürzlich die Bundesregierung für ihren Widerstand gegen eine Commerzbank-Übernahme kritisiert. Das widerspreche dem Geist des europäischen Binnenmarktes und untergrabe die Bemühungen, vertiefte Kapitalmärkte in Europa zu schaffen, sagte de Guindos. 

Diese Äußerungen hätten die Commerzbank "schon überrascht", sagte Orlopp. Es mute "seltsam an, dass es von einzelnen Vertretern eine anscheinend offene Unterstützung für einen Angang gibt, der eine Destabilisierung zum Ziel hat". Die Bundesregierung habe die Punkte klargemacht, die am Vorgehen der Unicredit schwierig seien. "Und als Aktionär hat sie dazu auch jedes Recht", betonte die Commerzbank-Chefin. 

"Haben uns nie Gesprächen verweigert" 

Eine begründete Stellungnahme zum Angebot der Unicredit, das einen Abschlag auf den jüngsten Aktienkurs der Commerzbank vorsieht, will die Commerzbank Anfang nächster Woche vorlegen. "Das Übernahmeangebot der Unicredit ist de facto eine Schrumpfungs-Strategie für unser Geschäftsmodell", kritisierte Orlopp. Die Commerzbank habe sich nie Gesprächen verweigert. Weitere Gespräche seien allerdings nur dann sinnvoll, "wenn die Unicredit ein Zeichen gibt, dass sie bereit sind, über die Höhe des Angebots an unsere Aktionäre nachzudenken und über das Geschäftsmodell", sagte Orlopp.

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