Metall-Krise - Tarifkonflikt gefährdet Arbeitsplätze
Mitten im Tarifkonflikt - Metallindustrie vor großem Stellenabbau
In der deutschen Metall- und Elektroindustrie droht laut dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein massiver Stellenabbau. Den Angaben zufolge stehen in den kommenden Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Hintergrund ist der aktuell laufende Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft IG Metall.
Schon in den vergangenen Jahren hat die Branche laut Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander stark gelitten. So habe die beginnende Deindustrialisierung seit 2019 bereits 350.000 Arbeitsplätze gekostet.
Weitere 300.000 Jobs in Gefahr
Die Situation könnte sich für die Beschäftigten nun weiter zuspitzen. Angesichts einer anhaltenden Unterauslastung der Betriebe seien in der nächsten Zeit weitere 300.000 Arbeitsplätze bedroht, heißt es von Gesamtmetall. Die Zahl der Mitarbeiter würde damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung sinken.
Streit um mehr Geld
Die drastische Warnung fällt mitten in die harte Tarifauseinandersetzung mit der IG Metall. Die Gewerkschaft fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fünf Prozent mehr Lohn sowie eine feste Garantie für Jobs und Standorte. Die Arbeitgeberseite hat in der zweiten Verhandlungsrunde ein Gegenangebot vorgelegt. Dieses sieht laut dem Verband zunächst eine Einmalzahlung und später eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent vor.
Warnstreiks in der Branche
Aufgrund der Inflation weist die Gewerkschaft dieses Angebot strikt zurück. Aktuell beteiligen sich etliche Beschäftigte an Warnstreiks in dem Industriesektor, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Arbeitgeber-Vertreter Zander warnt jedoch vor einer weiteren Eskalation. Die Forderungen der IG Metall bezeichnet er angesichts des Überlebenskampfes vieler Unternehmen als unverantwortlich. Ob und wann es in dem Streit zu einer Einigung kommt, steht noch nicht fest.