Klatsche bei US-Zwischenwahlen - Trump gratuliert Demokraten zum Sieg
Auch wenn gar nicht über ihn abgestimmt wurde: Es ist eine herbe Niederlage für US-Präsident Donald Trump. Seine Partei verliert bei den Parlamentswahlen auch die Mehrheit im Senat.
Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben bei den Parlamentswahlen nach dem Repräsentantenhaus laut Hochrechnungen auch die Kontrolle über den Senat verloren. Die Demokraten sicherten sich mehr als die Hälfte der insgesamt 100 Sitze, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtete.
Trump wird wohl “Lame Duck”
Es ist eine herbe Niederlage für Trump ganz persönlich, denn er hatte die Parlamentswahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht. Dass die Demokraten in beiden Häusern des Kongresses nun das Sagen haben, macht Trump im politischen Sinne zu einer "Lame Duck", einer lahmen Ente.
Trump will Ergebnis überraschend anerkennen
Im Gespräch mit "New York Times" kündigte Trump an, die Ergebnisse der Kongresswahlen anzuerkennen. "Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf. Wir werden wahrscheinlich eine Lösung finden", sagte er. Zu Fox News sagte Trump: "Herzlichen Glückwunsch an die Demokraten. Sie haben gute Arbeit geleistet".
Trump wollte allerdings nichts mehr von seiner Wahlkampftaktik wissen. Auf seiner Plattform Truth Social schob er jede Mitverantwortung von sich: "Ich stand nicht auf dem Wahlzetteln."
Im Senat wurde bei den Zwischenwahlen über 35 von 100 Sitzen abgestimmt. Alle Bundesstaaten stellen jeweils zwei Senatoren. Die Republikaner hielten bislang insgesamt 53 Sitze. Unter den 35 Mandaten, die in diesem Jahr zur Wahl standen, waren 22 Sitze bislang republikanisch.
Mehr Macht für die Demokraten
Die Demokraten bekommen durch die Mehrheit im Senat mehr Macht. Das bedeutet:
- Sie können im Senat Personalvorschläge Trumps zu Toppositionen abschmettern.
- Sie können weitreichende Untersuchungsausschüsse einleiten - das könnte im äußersten fall auch die Grundlage für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump bilden.
- Sie Demokraten können künftig zudem bei Gesetzesvorhaben den Ton angeben - Trump hat allerdings ein Vetorecht.
Die aktuelle Entwicklung im Ticker
+++ Demokrat an Republikaner: "Nehmt euch Anwälte" +++
04.11.2026, 08:15 Uhr
Die Demokraten haben nach ihrem Wahltriumph bei den Midterms den Republikaner eine klare Ansage gemacht. "Nehmt euch Anwälte", schrieb der demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, Robert Garcia, auf der Plattform X.
Der Demokrat aus Kalifornien machte klar, dass seine Partei ihre neuen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus auch für Untersuchungen gegen US-Präsident und dessen Regierung nutzen will. Garcia sitzt im mächtigen Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses.
+++ Obama: Amerikaner haben "deutliche Botschaft" gesendet +++
04.11.2026, 08:00 Uhr
Der frühere US-Präsident Barack Obama hat den klaren Sieg der Demokraten bei den Parlamentswahlen als "deutliche Botschaft" des amerikanischen Volks gewertet. "Sie wollen eine Politik, die Menschen zusammenbringt und nicht auseinandertreibt, und Anführer, die konkrete Lösungen für ihre Probleme anbieten", schrieb Obama auf der Online-Plattform X.
+++ "Amerika ist zurück" - Demokraten feiern +++
04.11.2026, 07:45 Uhr
Nach ihren teils historischen Erfolgen bei den US-Parlamentswahlen haben die Demokraten einen politischen Kurswechsel versprochen. "Amerika ist zurück", rief der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, vor jubelnden Anhängern. Die Amerikaner hätten deutlich gemacht, dass sie genug von Extremismus und Korruption hätten. Sobald die Demokraten im Januar die Kontrolle über das Parlament übernähmen, wollten sie damit beginnen, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.
+++ Trump gratuliert Demokraten +++
04.11.2026, 07:00 Uhr
Nach der eindeutigen Niederlage bei den Midterms in den USA hat Präsident Donald Trump den Demokraten zum Sieg gratuliert. "Nun, ich sage Folgendes: Herzlichen Glückwunsch an die Demokraten. Sie haben gute Arbeit geleistet", sagte Trump dem Sender Fox News. Die Demokraten hätten lange auf diesen Moment hingearbeitet.
Als persönliche Niederlage sah Trump die Schlappe bei den Midterms allerdings nicht an. "Ich stand nicht auf dem Wahlzettel", sagte er.
+++ Trump: Sender Fox News für Niederlagen mitverantwortlich +++
04.11.2026, 06:30 Uhr
US-Präsident Donald Trump hat den Sender Fox News mitverantwortlich für die herbe Niederlage der Republikaner bei den Midterms gemacht. Der Sender trage Verantwortung, weil er ständig Demokraten "und Schlimmeres" in den Fokus stelle, meinte er auf seiner Plattform Truth Social. Der Sender Fox News gilt als konservativ und räumt dem Präsidenten wesentlich mehr Sendezeit ein als andere große US-Sender.
+++ Demokraten nehmen Republikanern Senatssitz in Iowa ab +++
04.11.2026, 06:00 Uhr
Die Demokraten haben bei den US-Parlamentswahlen im Bundesstaat Iowa den Republikanern Hochrechnungen zufolge einen Senatssitz abgenommen. Der vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama unterstützte Demokrat Josh Turek setzte sich gegen Ashley Hinson durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldete.
+++ Trumps Republikaner verlieren auch den Senat +++
04.11.2026, 05:50 Uhr
Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben bei den Parlamentswahlen nach dem Repräsentantenhaus laut Hochrechnungen auch die Kontrolle über den Senat verloren. Die Demokraten sicherten sich mehr als die Hälfte der insgesamt 100 Sitze, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtete. Dabei sind zwei parteilose Senatoren mitgezählt, die mit den Demokraten verbündet sind.
+++ Demokrat Crowley gewinnt Gouverneurswahl in Wisconsin +++
04.11.2026, 05:50 Uhr
Wisconsin bleibt demokratisch: Der moderate Kandidat der Partei, David Crowley, wird Hochrechnungen zufolge neuer Gouverneur des US-Bundesstaats. Crowley setzte sich gegen den Republikaner Tom Tiffany durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtete. Crowley wird in Wisconsin der erste Schwarze im Gouverneursamt sein.
+++ Latina siegt in Texas - Republikaner verlieren Gouverneursposten +++
04.11.2026, 05:45 Uhr
Erstmals seit mehr als 30 Jahren haben die Demokraten in Texas Hochrechnungen zufolge die Gouverneurswahl gewonnen. Die Kandidatin Gina Hinojosa setzte sich gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durch, wie die Nachrichtenagentur AP und der Nachrichtensender CNN auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichteten.
Der rasante Ausbau von Rechenzentren sorgt in dem Bundesstaat zunehmend für Widerstand, den Hinojosa für sich nutzte. Sie warf Abbott etwa vor, Politik für Milliardäre zu machen und das Leben in Texas in seinen zurückliegenden Amtszeiten stark verteuert zu haben
+++ Erstmals seit 1932: Demokraten erobern Senatssitz in Kansas +++
04.11.2026, 05:35 Uhr
Die Demokraten im Bundesstaat Kansas haben laut Hochrechnungen erstmals seit 94 Jahren einen Sitz im US-Senat erobert. Der Demokrat Adam Hamilton setzte sich gegen den von US-Präsident Donald Trump unterstützten Kandidaten Roger Marshall durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen berichtete.
+++ Demokraten behalten Gouverneursposten in Kalifornien +++
04.11.2026, 05:30 Uhr
In Kalifornien hat der Demokrat Xavier Becerra (68) Hochrechnungen zufolge die Gouverneurswahl gewonnen. Der Sohn mexikanischer Einwanderer setzte sich gegen den Republikaner Steve Hilton durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldete. Mit rund 40 Millionen Einwohnern ist Kalifornien der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA, etwa 40 Prozent der Bevölkerung sind Latinos.
Becerra wird damit Nachfolger des Demokraten Gavin Newsom (59), der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Die Verfassung Kaliforniens erlaubt Gouverneuren maximal zwei Amtszeiten. Newsom gilt als ein möglicher Kandidat der Demokraten für die Präsidentenwahl 2028.
+++ Demokrat nimmt Republikanern Senatssitz in Texas ab +++
04.11.2026, 05:15 Uhr
Erstmals seit fast 40 Jahren haben die Demokraten im umkämpften US-Bundesstaat Texas Hochrechnungen zufolge das Senatsrennen für sich entschieden. Ihr Kandidat James Talarico gewann gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten republikanischen Kandidaten Ken Paxton, wie die Sender NBC News und CBS News auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldeten.
Für die Republikaner ist der Sieg der Demokraten bei dem Senatsrennen in Texas eine bittere Niederlage - mit hoher Symbolkraft auch über den südlichen Bundesstaat hinaus. Texas galt in den vergangenen Jahrzehnten als republikanische Hochburg. Auch der für seine rechten politischen Ansichten bekannte Tech-Milliardär Elon Musk versuchte, das Rennen in Texas, wo seine Unternehmen und er selbst inzwischen zuhause sind, zu beeinflussen: Er machte mehr als 150 Millionen Dollar locker, die in den Wahlkampf von Paxton flossen. Auf seiner Online-Plattform X machte Musk zudem ordentlich Stimmung gegen Talarico.