An der Wieseck in Gießen - Fleißiger Biber setzt Radweg unter Wasser
In Gießen sorgt ein fleißiger Biber weiter für Aufsehen und zieht mittlerweile Schaulustige an. Der frisch zugezogene Nager baut seine Burg an der Wieseck (in der Nähe der Philosophenstraße).
Dabei staut das Tier mit seinem Damm das Wasser und sorgt für überflutete Ufer- und Radwege. Die Stadt hat die Wege mittlerweile gesperrt und will den Biber zunächst gewähren lassen. Denn der ist streng geschützt. Kerstin Stingl, Leiterin des Umweltamtes, sagt im FFH-Gespräch: “Eine Idee ist, den Uferweg aufzuschütten und höherzulegen, damit er wieder benutzbar ist.”
Geäst und angenagte Stämme
Der Radweg steht stellenweise unter Wasser, am Ufer liegen Geäst und durchgenagte Baumstämme und zeugen vom Fleiß des nachtaktiven Nagers. Trotzdem: Die Anwesenheit des Bibers gilt als Erfolg für den Natur- und Artenschutz und die Biodiversität an Gewässern.
Europas größtes Nagetier
Gesehen hat den neuen Wiesecker Bewohner noch niemand. Deshalb gibt es auch die Überlegung, eine Wildtierkamera aufzuhängen. Biber sind Europas größte Nagetiere und können bis zu 1.30 Meter lang werden. Sie leben in ihrer Biberburg, die sie durch die Dämme schützen und wärmen, erzählt Maria Ehlers vom Gießener Umweltamt.
2500 Biber in Hessen
Seit über vierzig Jahren leben wieder Biber in Hessen, mittlerweile sollen es rund 2500 sein. Lange galten Biber als ausgerottet, sie wurden gejagt wegen Fleisch und Fell. Biber gelten weiter als streng geschützt und stehen auf der Vorwarnliste bedrohter Arten.
Radweg derzeit gesperrt
Mit dem Bibermanagement des Regierungspräsidiums will die Stadt Gießen eine Lösung finden, die Mensch und Tier hilft. Aus Sicherheitsgründen ist der Rad- und Fußweg gesperrt, um Unfälle durch Überschwemmungen zu vermeiden, besonders bei Frost. Der nördlich verlaufende Radweg R7 könne alternativ genutzt werden, so die Stadt.
Biber-Damm nicht zerstören
Wer den Biber-Damm öffnet, um den Weg zu entwässern, begehe allerdings eine Straftat und müsse mit Bußgeldern rechnen, teilt die Stadt Gießen mit. Fragen hierzu beantwortet die Untere Naturschutzbehörde in Gießen unter: Naturschutzbehoerde@giessen.de.