Am 15. März: Löhnberger entscheiden auch über Windpark
Bei der Kommunalwahl am 15.3. - Löhnberger entscheiden auch über Windpark
Bei den Kommunalwahlen am 15. März dürfen die Löhnberger ein zusätzliches Kreuz setzen. Damit entscheiden sie, ob die Stadt einen WIndpark auf den Weg bringt.
Die Löhnberger Politiker haben das sogenannte Vertreterbegehren selbst auf den Weg gebracht. Bürgermeister Reiner Greve hofft auf ein “Ja”, um mit den Pachteinnahmen die leeren Kassen der hochverschuldeten Gemeinde wieder aufzufüllen. Die Bürgerinitiative Windwahn Oberlahn argumentiert dagegen: zu wenig Wind, zu viel Landschaftsverschandelung.
Bürgerentscheid soll Gemeindefrieden stärken
Einig sind sich aber alle: Demokratisch sei es es der richtige Weg, dass die Bürger bei wichtigen Zukunftsprojekten vorher gefragt werden und selber eine Entscheidung treffen. Die Stadt hat im Vorfeld mehrere Info-Veranstaltungen organisiert.
Hoffnung auf Pachteinnahmen
Bürgermeister Reiner Greve sagt im FFH-Gespräch: “Überall sehe ich Windräder. Wir können partizipieren oder danebenstehen. Für Löhnberg hoffe ich auf Einnahmen.” Löhnberg ist nach jahrelanger Misswirtschaft besonders hoch verschuldet. Der Bürgermeister bittet die Bürgerinnen und Bürger also um ihr “Ja”.
“Nur ein Schwach-Wind-Gebiet”
Anders sieht das die Bürgerinitiative Windwahn Oberlahn. Bernd Immel, der auf seiner Big-Sky-Westernranch die Windräder direkt vor Augen hätte, bezweifelt ein lukratives Windgeschäft. Im Gegenteil. Messungen hätten ergeben, dass es sich um ein “Schwachwindgebiet” handele. “Ohne EEG-Zulagen und Subventionen würde hier kein Windrad gebaut.” Er hofft also auf ein klares “Nein” der Bürger beim Vertreterbegehren am 15. März.
Braunfelser fordern ebenfalls Bürgerentscheid
Im benachbarten Braunfels, das bereits im Lahn-Dill-Kreis liegt, streitet man dagegen darum, überhaupt bei der Entscheidung für einen Windpark gefragt zu werden - und das seit Jahren vor Gericht. Auch hier will die Gemeinde einen Windpark in den Tiefenbacher Wäldern errichten, um Pachteinnahmen zu generieren. Doch die Bürger vorab abstimmen zu lassen, lehnt sie bislang ab.
Projektierer zieht Angebot zurück
Nach jahrelangem auch gerichtlichen Streit, hat erst kürzlich der Windpark-Projektierer sein Angebot zurückgezogen. Die Bürgerinitiative “Rettet die Tiefenbacher Wälder” hofft weiter auf einen Bürgerentscheid für die Braunfelser Bürger. Roger Simak sagt: “Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft. Aber gegen Windräder im kostbaren Wald.”