Marburg setzt auf Elektro-Busse - Das steckt hinter der Mega-Investition
Die Stadtwerke Marburg investieren rund 10,3 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Elektrobus-Flotte. Bis Mitte des Jahres 2028 sollen zwölf neue Fahrzeuge angeschafft werden, darunter erstmals auch größere Gelenkbusse.
Damit wird künftig fast die Hälfte des städtischen Linienverkehrs rein elektrisch unterwegs sein.
Erstmals E-Gelenkbusse für Marburg
Der kommunale Versorger bestellt laut eigenen Angaben sieben Standardbusse und fünf Gelenkbusse. Gerade die größeren Modelle sollen künftig auf stark frequentierten Linien für mehr Platz sorgen.
Alte Fahrzeuge werden dabei schrittweise ausgemustert und ersetzt. Insgesamt wächst die emissionsfreie Flotte der Stadtwerke damit auf 24 Elektrofahrzeuge an. Laut der Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG) sind dann mehr als 40 Prozent des Regelverkehrs elektrifiziert.
Stromtanken auf der Strecke
Um die Reichweite der Busse im Alltag zu sichern, plant die Stadt zudem neue Technik auf der Route. In der Sankt-Martin-Straße soll den Angaben zufolge der erste sogenannte Pantograph-Lademast aufgestellt werden.
Dabei fährt ein Ladearm auf dem Dach des Busses automatisch aus. Die Fahrzeuge können dann im laufenden Betrieb kurzzeitig an einer Ladehaube andocken und innerhalb von Sekunden frische Energie zapfen.
Teuer im Kauf, günstiger im Betrieb
Die Flotten-Erweiterung hat ihren Preis: Rund 8,9 Millionen Euro fließen in die Busse, weitere 1,4 Millionen in die Ladeinfrastruktur. Die Europäische Union schießt dafür laut Stadtwerken 1,4 Millionen Euro an Fördergeldern zu.
Obwohl E-Busse beim Kauf teurer als herkömmliche Diesel-Modelle sind, rechnet sich der Schritt auf lange Sicht, heißt es von der Geschäftsführung. Bei Wartung und den Energiekosten seien die Elektrobusse über ihre Lebensdauer hinweg am Ende die günstigere Wahl.
Pläne für neuen Betriebshof gestoppt
Geparkt und geladen werden die neuen Busse vorerst auf dem bestehenden Betriebshof Am Krekel. Ein eigentlich angedachter Neubau auf dem Gelände „Krekel Süd“ ist derweil vom Tisch.
Die Verkehrssituation an der Südspange sei für einen ständigen Busverkehr schlichtweg ungeeignet, heißt es nach einer umfassenden Prüfung der Stadtwerke. Das kommunale Unternehmen sucht nun nach einem alternativen Standort für den benötigten Neubau.