Bis zu 200 Gäste pro Tag - Wildunger Sommeroase war Erfolg
Im Frühsommer hat sie noch Spott geerntet - jetzt steht hinter der “Wildunger Sommeroase” eine positive Bilanz: Bis zu 200 Menschen pro Tag haben in zwei mobilen Becken mitten in der Stadt Bad Wildungen geplantscht.
Genaue Endzahlen für die gesamte Saison kann Bürgermeister Ralf Gutheil im FFH-Interview noch nicht nennen, weil die Kasse derzeit ausgewertet wird. Klar ist aber schon: An den heißesten Tagen des Sommers war die Sommeroase äußerst gefragt. “An guten Tagen, wo es richtig warm war, waren bis zu 200 Gäste pro Tag da.”
Aus Spott wurde Zustimmung
Die provisorische Anlage aus zwei Becken war zu Beginn kritisiert worden. Diese Kritik sei aber schnell verstummt, berichtet der Bürgermeister - gerade weil die Sommeroase an den extrem heißen Tagen der vergangenen Wochen eine willkommene Abkühlung bot, besonders für Kinder und Jugendliche. Wer die Anlage besuchte, habe die Möglichkeit genossen, "einfach mal ins Wasser zu springen, ein paar Bahnen zu ziehen, Spaß zu haben, sich ein Eis zu holen, Pommes zu holen und einfach den Tag zu genießen."
Auch bundesweite positive Resonanz
Im Verlauf habe Gutheil sogar bundesweite Resonanz erhalten: Auch Menschen aus anderen Regionen hätten ihm geschrieben, obwohl es sich nur um ein Provisorium handelte. "Es ist kein adäquater Ersatz für ein Freibad oder ein Schwimmbad, aber es ist eine Alternative für Leute, die halt nicht wegfahren können", macht Gutheil deutlich. Da in diesem Sommer zusätzlich der Edersee zeitweise wenig Wasser führte, sei die Sommeroase für viele die einzige Abkühlung vor Ort gewesen.
Ein echtes Freibad bleibt Zukunftsmusik
Für ein reguläres Freibad mit Wettkampfbahnen, Sprunganlage, Technik und Umkleiden liegen der Stadt bereits erste Kostenschätzungen vor - sie belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro. Angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden sei ein solches Bauvorhaben aktuell schlicht nicht darstellbar, räumt Gutheil im FFH-Interview ein: "Das kriegen wir leider nicht hin."
Rückbau läuft, Zukunft entscheidet die Politik
Für die Sommeroase 2026 ist der Betrieb bereits beendet: Die Pumpen und Filter wurden abgeschaltet, das Wasser abgelassen. In den kommenden Tagen werden Becken, Technik sowie Umkleide- und Duschcontainer abgebaut, bis das ehemalige Heloponte-Gelände wieder leer ist. Ob es 2027 eine Neuauflage gibt, hängt von der Kommunalpolitik ab. Ein entsprechender Betrag sei bereits vorsorglich in den neuen Haushaltsentwurf eingeplant. Die Beschlüsse dazu sollen laut Gutheil Ende Oktober oder Anfang November fallen, im Idealfall liege noch vor Weihnachten ein von der Kommunalaufsicht genehmigter Haushalt für 2027 vor. Eile sei geboten, so der Bürgermeister, denn die Becken sind nur gemietet - und die Vermieterfirmen haben bundesweit entsprechende Anfragen von anderen Kommunen.