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Waldbrand im Vogelsbergkreis: Ursachen und Tipps zum Schutz

Was der Vogelsbergkreis tut - Deutlich mehr Vegetationsbrände als sonst

Eva-Maria Lauber

Reporterin
Eva-Maria Lauber

Im Vogelsbergkreis hat es bisher sechs Mal mehr Vegetationsbrände gegeben als im vergangenen Jahr (Archivbild Feldbrand Schlitz).
© www.osthessen-news.de

Im Vogelsbergkreis hat es bisher sechs Mal mehr Vegetationsbrände gegeben als im vergangenen Jahr (Archivbild Feldbrand Schlitz). 

Hitze, Trockenheit und Wind haben im Vogelsbergkreis bisher für sechs Mal mehr Vegetationsbrände als im vergangenen Jahr gesorgt. Das sagt Kreisbrandinspektor Marcell Büttner im FFH-Interview. Und er gibt Tipps, was jeder von uns tun kann, um die Gefahr kleiner zu machen. 

Kreisbrandinspektor Marcell Büttner schlägt Alarm: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die Zahl der Waldbrandalarmierungen im Vogelsbergkreis innerhalb eines Monats versechsfacht. Darunter fallen neben Waldbränden auch Hecken-, Gras- und Vegetationsbrände.

Hitze, Trockenheit, Wind - ein Funke reicht

Die Gründe für die dramatische Zunahme sind laut Büttner klar: Die Gräser und Wälder sind extrem trocken, dazu kommt heißes Wetter und zuletzt starker Wind. „Da reicht einfach auch ein Funke, der das Ganze entzündet und dann auch schnell weitergetragen wird", sagt der Kreisbrandinspektor.

Zusammenarbeit mit Landwirten essenziell

Dass die Lage ernst ist, zeigen zwei Waldbrände in der Gemarkung Schlitz, die sich innerhalb von 24 Stunden ereigneten. Dort rückten neben der Feuerwehr sofort auch Landwirte mit ihren Wasserfässern an und verhinderten, dass sich die Brände weiter ausbreiten konnten. Büttner betont: „So viel Wasser kann die Feuerwehr eigentlich gar nicht liefern" - die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft sei deshalb ein entscheidender Vorteil, gerade wegen der guten Ortskenntnisse und der großen Tankkapazitäten.

Seit Jahren vorbereitet - und jetzt neu ausgerüstet

Die Feuerwehren im Vogelsbergkreis haben sich auf solche Szenarien schon lange vorbereitet, so Büttner. Bereits 2018 gab es eine große Waldbrandübung, 2024 folgte eine weitere mit simuliertem Großbrand. Erkenntnisse aus diesen Übungen fließen - gemeinsam mit Seminaren der Hessischen Landesfeuerwehrschule - in die Beschaffung von Spezialausrüstung und die Vorbeugung ein. Neu: Der Landkreis hat ein Wechselladerkonzept verabschiedet und beschafft noch in diesem Jahr zwei Abrollbehälter für Vegetationsbrände, die im Bedarfsfall an die Kommunen verteilt werden.

Warum Waldbrände so tückisch sind

Ein Waldbrand ist nicht einfach mit Wasser zu löschen wie ein Gebäudebrand, erklärt Marcell Büttner. Das Feuer frisst sich in tiefere Bodenschichten - und lodert dort weiter, auch wenn es an der Oberfläche längst erloschen scheint. Manchmal zieht es sich sogar unterirdisch weiter und bricht an anderer Stelle neu aus. Das macht Waldbrandeinsätze extrem personal- und kraftintensiv. Deshalb wird bei solchen Einsätzen in der Regel sofort eine sogenannte Marscherleichterung angeordnet: Die Einsatzkräfte arbeiten in leichter Schutzkleidung statt in der schweren Vollmontur.

Das sind die häufigsten Zündquellen

Weggeworfene Zigarettenkippen, falsch geparkte Autos - deren Katalysator kann auf trockenem Gras Funken erzeugen - oder Erntefahrzeuge wie Traktoren und Mähdrescher: Die möglichen Brandursachen sind vielfältig. Büttner weist darauf hin, dass Verursacher oft gar nicht mitbekommen, was sie ausgelöst haben.

Was jetzt jeder tun kann

Kreisbrandinspektor Büttner appelliert an alle, die sich in der Natur aufhalten: kein offenes Feuer außerhalb erlaubter Plätze, Rauchverbot in Wäldern beachten, Zigarettenkippen niemals wegwerfen und Müll - auch Batterien - nicht im Wald entsorgen. Wer mit dem Auto auf einer trockenen Wiese parkt, sollte besonders vorsichtig sein. Grillen ist nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt.

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