Wassermangel in der Rhön - "Quellen versiegen - Böden trocknen aus"
Wo sonst das Wasser sprudelt, bleiben in der Rhön immer öfter nur feuchte Mulden zurück. Wegen steigender Temperaturen und langer Trockenphasen versiegen Quellen und Bäche in dem Biosphärenreservat. Die Verwaltung warnt nun vor den drastischen Folgen für die Natur und die Trinkwasserversorgung.
Bereits heute ist den Angaben zufolge zu beobachten, dass einzelne Quellen zeitweise oder sogar dauerhaft austrocknen. Auch die Grundwasserstände sinken demnach spürbar ab. Das liege daran, dass die Böden bei Hitze weniger Feuchtigkeit speichern können und sich die Vorräte nur noch eingeschränkt erneuern.
Gefahr für das Trinkwasser
Diese Entwicklung bedrohe langfristig nicht nur die verfügbare Wassermenge, sondern auch die Wasserqualität. Da das Grundwasser in der Rhön eine wichtige Basis für die Trinkwasserversorgung bilde, könnte die Gewinnung von sauberem Wasser künftig deutlich schwerer werden, heißt es von der Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats.
Lebensräume verschwinden
Besonders hart trifft die Trockenheit zudem die Tier- und Pflanzenwelt. Feuchtgebiete sind Rückzugsorte für hoch spezialisierte Arten, die zwingend auf kühle und feuchte Bedingungen angewiesen sind. Fallen diese Areale trocken, verschwinden laut der Verwaltung oft ganze Lebensgemeinschaften restlos. Jeder trockene Bachlauf und jeder abgestorbene Baum zeige deutlich, dass die Klimakrise vor der eigenen Haustür angekommen sei, betont Dr. Doris Pokorny, Leiterin der Bayerischen Verwaltungsstelle.
Wasser sparen!
Um gegenzusteuern, rufen die Verantwortlichen zu einem bewussten Umgang mit der Ressource auf. Essenziell sei nun der Schutz von Mooren und naturnahen Bachauen. Diese Gebiete saugen sich demnach zufolge wie natürliche Schwämme voll und geben das Wasser in Trockenphasen langsam wieder ab. Auch im Kleinen könne geholfen werden: etwa durch das Sammeln von Regenwasser, das Pflanzen von Schattenbäumen und den Verzicht auf versiegelte Flächen im heimischen Garten.