Malaria-Fälle in Frankfurt - Auch Patient aus Schwanheim gestorben
In Frankfurt ist eine Person an den Folgen einer Malaria-Infektion gestorben, ohne zuvor in ein Risikogebiet gereist zu sein. Das Opfer stammte aus dem flughafennahen Stadtteil Schwanheim, wo kürzlich noch ein weiterer Fall aufgetreten war. Die Gesundheitsbehörden rufen Ärzte und Anwohner zu erhöhter Wachsamkeit auf.
Wie das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und die Universitätsmedizin mitteilten, erlag die Person einer Infektion mit der gefährlichen Malaria tropica.
Laut Gesundheitsamt keine neuen Fälle bekannt
Der Erreger *Plasmodium falciparum* wurde nachgewiesen, obwohl die betroffene Person weder in einem Malaria-Endemiegebiet war noch am Flughafen arbeitete. Die Gesundheitsbehörden und das Klinikum sprachen den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus. Eine weitere, ebenfalls in Schwanheim lebende Person hatte sich zuvor unter identischen Umständen infiziert. Neue Fälle wurden laut Gesundheitsamt zuletzt nicht mehr gemeldet. Im Sommer hatten sich sechs Mitarbeiter des Flughafens angesteckt - zwei davon starben.
Appell an Anwohner und Praxen
Aufgrund der räumlichen Nähe der Infektionen zum Frankfurter Flughafen haben die Behörden konkrete Hinweise herausgegeben. Das Gesundheitsamt bittet Ärztinnen und Ärzte, bei unklarem Fieber stets eine Malariaerkrankung in Betracht zu ziehen. Das gelte ganz besonders für Patienten, die am Flughafen arbeiten oder im direkten Umfeld wohnen. Bürgerinnen und Bürger mit entsprechenden Beschwerden sollen unverzüglich ärztlichen Rat einholen und aktiv auf ihren Wohnort nahe dem Flughafen hinweisen. Für Fragen aus der Bevölkerung hat die Stadt eine Hotline eingerichtet, die wochentags unter der Nummer 069/212-30030 erreichbar ist.
Seltenes Phänomen am Flughafen
Fälle wie diese sind als sogenannte Flughafen-Malaria bekannt. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet das Phänomen als ein ungewöhnliches und seltenes Ereignis, weist jedoch auf zunehmende Zahlen hin. Historischen Daten zufolge wurden in Europa zwischen 1969 und 2024 insgesamt 145 solcher Fälle registriert, die meisten davon in den Sommermonaten. In Deutschland traten in diesem Zeitraum neun Fälle auf – acht davon entfielen auf den Standort Frankfurt. Der letzte dokumentierte Vorfall am Frankfurter Flughafen vor den aktuellen Fällen ereignete sich im Jahr 2023.
Übertragung durch blinde Passagiere
Wie es zu den aktuellen Ansteckungen in Schwanheim kommen konnte, veranschaulicht ein Blick in die Vergangenheit und ins benachbarte Ausland. Bei einem Ausbruch in Belgien im Jahr 2020 gingen Experten davon aus, dass per Flugzeug eingeschleppte, exotische Mücken bis zu fünf Kilometer vom Flughafen entfernte Wohnhäuser erreicht hatten. Das Frankfurter Gesundheitsamt betont in diesem Zusammenhang noch einmal nachdrücklich, dass Malaria nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Ansteckungen erfolgen ausschließlich über den Stich einer infizierten Mücke.