Anwohner am Flughafen betroffen - Zwei neue Malaria-Fälle in Frankfurt
In Frankfurt gibt es zwei neue Malaria-Fälle. Das teilt das Gesundheitsamt mit. Dieses Mal sind die Betroffenen aber keine Flughafen-Mitarbeiter. Auch haben sie sich vorher nicht in Risikogebieten aufgehalten. Die Behörden warnen nun Anwohner und rufen Mediziner zur erhöhten Wachsamkeit auf.
Nach Angaben der Stadt Frankfurt wird derzeit noch untersucht, wie es zu den beiden Infektionen gekommen ist. Klar ist jedoch, dass die Krankheit im Alltagskontakt nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Für eine Ansteckung ist stets der Stich einer infizierten Mücke erforderlich, heißt es.
Ärzte sollen sensibilisiert werden
Um bei möglichen weiteren Infektionen schnell reagieren zu können, hat das Gesundheitsamt die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sowie die zuständigen Infektionsschutzbehörden informiert. Mediziner und Klinikpersonal sollen für die Situation im Umfeld des Flughafens sensibilisiert werden. Laut den Behörden ist Malaria tropica bei rechtzeitiger Diagnose und rasch eingeleiteter Behandlung gut und vollständig heilbar.
Das sind Malaria-Symptome
Ärztinnen und Ärzte werden daher gebeten, bei unklarem Fieber auch ohne entsprechende Reisehistorie an eine mögliche Malariaerkrankung zu denken. Dies gelte insbesondere für Menschen, die rund um den Flughafen arbeiten, sich dort aufhalten oder in der unmittelbaren Nähe wohnen. Neben Fieber können laut Gesundheitsamt auch Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden als Symptome auftreten.
Hotline für Bürger eingerichtet
Auch Bürgerinnen und Bürger, die in Flughafennähe wohnen, sind aufgerufen, bei entsprechenden körperlichen Beschwerden zeitnah ärztlichen Rat einzuholen. Dabei sollten sie explizit auf ihren Wohnort oder Aufenthalte im Umfeld des Flughafens hinweisen, um die Diagnose zu erleichtern. Für Fragen aus der Bevölkerung hat das Gesundheitsamt zudem eine Hotline eingerichtet, die unter der Telefonnummer 069/212-30030 erreichbar ist.
Tödliche Fälle im Sommer
Bereits im Juli erkrankten sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens an Malaria, zwei von ihnen starben an den Folgen. Das RKI geht davon aus, dass die Infektionen durch eine mit dem Flugzeug importierte infizierte Anopheles-Mücke übertragen wurden. Ein Fraport-Sprecher erläuterte, dass sich Mücken etwa in der Fracht verstecken könnten und beim Erblicken des Tageslichts zustechen würden. Zudem sind die Öffnungen zum Frachtraum besonders groß, was das Eindringen von Mücken begünstigt.
Einordnung: Wie selten ist das?
Flughafen-Malaria gilt laut RKI als „sehr seltenes Ereignis". Der letzte bundesweit dokumentierte Fall vor 2026 war ebenfalls am Frankfurter Flughafen im Jahr 2023. Eine europaweite Studie zählte für den Zeitraum von 1969 bis 2024 insgesamt nur 145 Fälle von Flughafen- und Gepäckmalaria, davon 9 in Deutschland.