Mücke kam wohl mit Flieger - Flughafen-Mitarbeiter stirbt an Malaria
Ein Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens ist an den Folgen einer Malaria-Infektion gestorben. Der Mann hatte sich vor einigen Wochen mutmaßlich durch eine Mücke angesteckt, die in einem Flugzeug aus den Tropen mitgereist war. Betreiber Fraport bestätigte den Vorfall und startete eine Aufklärungskampagne für die Belegschaft.
Insgesamt hatten sich vor wenigen Wochen mehrere Beschäftigte des Flughafens mit der gefährlichen Krankheit infiziert. Wie aus Angaben des Betreibers hervorgeht, arbeiteten die Betroffenen unter anderem in der Gepäckabfertigung. Die weiteren Infizierten befinden sich laut Fraport nach wie vor in ärztlicher Behandlung. Wie ihr genauer Gesundheitszustand ist, bleibt derzeit unklar.
Tödlicher Stich aus der Fracht
Der ungewöhnliche Übertragungsweg ist Experten als sogenannte „Flughafen-Malaria“ bekannt. Ein Flughafensprecher erklärte dazu, dass sich Insekten beispielsweise in der Fracht verstecken und zustechen können, sobald sie das Tageslicht erblicken. Trotz bestehender Sicherheitsmaßnahmen ließe sich ein solches Risiko nie völlig ausschließen. Auch an anderen Standorten komme es vereinzelt zu solchen Vorfällen.
Fraport reagiert mit Infokampagne
Der Flughafenbetreiber drückte den Angehörigen des Verstorbenen sein Mitgefühl aus und betonte, alles in seiner Macht Stehende zu tun. So wurde mittlerweile eine groß angelegte Informationskampagne für die Mitarbeiter gestartet. Wenn man Malaria früh erkenne, sei sie sehr gut behandelbar, heißt es von Fraport. Beschäftigte, die entsprechende Symptome aufweisen, seien aufgerufen, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen und sich beraten zu lassen.
Keine Ansteckungsgefahr unter Menschen
Eine direkte Übertragung der Tropenkrankheit von Mensch zu Mensch ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht möglich. Ohne medizinische Behandlung kann eine Infektion jedoch lebensbedrohlich verlaufen. Zu den anfänglich milden Symptomen zählen Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Bei schweren Verläufen können auch Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Atembeschwerden auftreten.
Experten fordern strengere Kontrollen
Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft Malaria-Fälle an deutschen Flughäfen als seltenes Ereignis ein. Vor dem aktuellen Ausbruch wurde in Frankfurt zuletzt im Jahr 2023 eine solche Infektion registriert. Laut einer europäischen Langzeitstudie gab es in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten lediglich neun erfasste Fälle von Gepäck- oder Flughafen-Malaria. Da die Vorfälle generell jedoch leicht zunehmen, raten Experten laut Unterlagen dazu, die Einhaltung und Wirksamkeit von Desinfektionsmaßnahmen in Flugzeugen genauer zu überprüfen.