Nach Tornado in Wetzlar und Solms: Kreis fordert Landeshilfe
Millionenschäden nach Tornado - Lahn-Dill-Kreis beantragt Hilfe beim Land
Nach den schweren Tornado-Schäden in Wetzlar und Solms hoffen die betroffenen Anwohner auf finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen. Der Lahn-Dill-Kreis hat in Abstimmung mit beiden Städten einen entsprechenden Antrag auf Staatshilfe gestellt. Die Kommunen wollen damit existenzbedrohende Folgen für Hausbesitzer abfedern, die vor den Trümmern ihrer Gebäude stehen.
Im Wetzlarer Stadtteil Münchholzhausen wurden den Angaben der Feuerwehr zufolge etwa 60 Häuser durch den Tornado beschädigt. Die Schäden reichen von fehlenden Ziegeln bis hin zu komplett abgedeckten Dächern. Trümmerteile flogen bis zu 100 Meter weit durch die Luft.
Millionenschaden und unbewohnbare Gebäude
In Solms-Oberndorf traf der Wirbelsturm rund ein Dutzend Häuser. Wie aus den Recherche-Informationen hervorgeht, wurde in einem Fall der komplette Dachstuhl weggeweht, bei einem weiteren, glücklicherweise unbewohnten, Haus stürzte das Dach in sich zusammen. Neun Bewohner eines stark zerstörten Gebäudes mussten in einer Notunterkunft untergebracht werden.
Die Solmser Bürgermeisterin Katharina Didlapp geht allein für ihre Stadt von einem Millionenschaden aus. Es sei jedoch ein Wunder, dass bei dem Unwetter niemand verletzt wurde, erklärte Didlapp. Dennoch stehen viele Eigentümer vor enormen Kosten für die Sicherung der Dächer und die vorübergehende Unterbringung, die nicht immer vollständig von Versicherungen getragen werden.
Kreis fordert Hilfe vom Land
Da der Landkreis solche Hilfsgelder nicht selbst bewilligen kann, soll nun das Land Hessen einspringen. Der Kreis beantragt laut einer Mitteilung die Einleitung einer sogenannten Finanzhilfeaktion bei Elementarschäden. Ob und in welcher Höhe Gelder fließen, liegt allein in der Hand der Landesregierung. Zuvor muss zudem der Kreistag dem Vorgehen noch formell zustimmen.
Für viele Menschen gehe es um die Sicherung ihres Zuhauses, sagte Landrat Carsten Braun. Die staatliche Unterstützung solle einen wichtigen Beitrag leisten, um die finanzielle Last zu bewältigen und die Existenz der Betroffenen zu sichern.
Solidarität stößt an ihre Grenzen
In der Region hatten die Schäden eine enorme Hilfsbereitschaft ausgelöst. In Solms signalisierten Anwohner in der Sturmnacht mit eingeschalteten Lichtern, dass Nachbarn bei ihnen Unterschlupf finden können. Handwerker rückten noch in der Nacht an, um Dächer notdürftig mit Planen zu sichern. Zudem stellte die Stadt Container für die Entsorgung der Trümmer auf.
Doch dieses Engagement reiche bei dem aktuellen Ausmaß nicht aus, so die Kommunen. Auch Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner betonte, dass die Hilfsbereitschaft bewundernswert sei, irgendwann jedoch an ihre Grenzen stoße. Bei den am schwersten Getroffenen seien nun dringend weitergehende staatliche Hilfen erforderlich. Kreis und Kommunen hoffen daher auf eine schnelle Entscheidung aus Wiesbaden.