Prozess am Landgericht Fulda - Über Jahre zu Sex und Pornos gezwungen
Vor dem Landgericht Fulda muss sich ein 32-Jähriger wegen des Vorwurfs verantworten, einen anderen Mann über Jahre zu Sex und zum Drehen von Pornos gezwungen zu haben.
Laut Anklageschrift trat der heute 32-Jährige aus Eichenzell bereits 2010 unter dem Pseudonym "Mr. X" online an den - nach Anklage heterosexuellen - Geschädigten heran. Er soll ihm vorgegaukelt haben, ein geheimer "Kreis" mächtiger Männer verlange von beiden eine homoerotische Beziehung samt pornografischer Dokumentation. Andernfalls werde "der Kreis" die Reputation des Mannes und seiner Familie mit kompromittierendem Material zerstören. Aus Angst davor sollen es über Jahre zu einer sexuellen Beziehung und dem Drehen von Pornos gekommen sein.
Erpressung mit Videos
2021 offenbarte der Geschädigte, dass er sich in seine heutige Ehefrau verliebt hatte und sie heiraten wollte. Der Angeklagte gaukelte ihm daraufhin vor, dass "Mr. X" und der dahinterstehende "Ring" dies niemals akzeptieren würden. Der Geschädigte solle seine Partnerin verlassen und weiter Pornos liefern - sonst werde das bereits vorhandene Material veröffentlicht. Dazu soll der Angeklagte ein regelrechtes "Drehbuch" übermittelt haben, das an vier "Drehtagen" im März 2021 abgearbeitet wurde.
Ein Feuer als Warnung - und wie es weitergeht
Nach den Dreharbeiten zündete der Angeklagte laut Anklage die Gartenhütte seiner eigenen Mutter an und suggerierte dem Geschädigten, dies sei eine Warnung von "Mr. X" und dem "Ring" gewesen - weitere Sex-Videos seien nötig, um Schlimmeres zu verhindern.