Rettung für den Feldhamster - 24 Tiere in Frankfurt ausgewildert
„Ich bin Frankfurter und will’s auch bleiben!“ - ein starker Satz, doch in diesem Fall ein Hilferuf des Feldhamsters. Die kleine vom Aussterben bedrohte Art kämpft um ihren Fortbestand.
In Bergen-Enkheim gibt es Hoffnung: Mit einer erneuten Auswilderung heute soll die Population weiterwachsen.
Er war schon fast verschwunden
Dem Feldhamster ging es in den letzten Jahrzehnten immer schlechter, bis er schließlich 2020 von der Weltnaturschutzunion als „weltweit vom Aussterben bedroht“ eingestuft wurde. Das Projekt „Ich bin Frankfurter:in und will‘s auch bleiben!“ hat sich vorgenommen den Hamster wieder rund um Frankfurt anzusiedeln. Die Stadt Frankfurt unterstützt das Vorhaben mit 50.000 Euro jährlich. Die Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz (AGF) arbeitet hier gemeinsam mit den ansässigen Landwirten und der Stadt.
Projekt: Vermehrung durch Auswilderung
Es ist ein niedlicher Anblick, wie die kleinen Tiere in vorbereitete Erdlöcher gesetzt werden. Dort finden sie ein wenig Startproviant und einen Schutzkäfig für die ersten Tage. Sie sind bei dieser Auswilderung gerade mal ein Jahr alt und werden so auf den vorbereiteten Feldern verteilt, so dass Männchen und Weibchen schnell zueinander finden können. Denn je mehr Nachwuchs sie zeugen, desto gesicherter ist die Feldhamster Population.
Population wächst
Im Jahr 2022 gab es nurnoch einen einzigen Feldhamsterbau in Bergen-Enkheim, beinahe wären die kleinen Nager ganz verschwunden. In den letzten drei Jahren wurden 58 Feldhamster ausgewildert und die gute Nachricht ist das schon fast 200 Jungtiere gezählt wurden. Wir haben mit Julia Heinze, Tierärztin und Leiterin der Feldhamsterzuchtstation der AGF, gesprochen. Sie sagt, dass es ein langfristiges Projekt ist. Es müssen über mehrere Jahre Tiere ausgewildert werden, damit sich ein Bestand etablieren kann.
Rettung mit Zukunft
Die bisherigen Erfolge zeigen, dass sich der Einsatz für den Feldhamster lohnt. Noch ist sein Überleben in Frankfurt nicht selbstverständlich, doch jede Auswilderung bringt neue Hoffnung für die bedrohte Art. Wenn das Projekt weiterhin so engagiert unterstützt wird, könnte der Feldhamster auch in Zukunft ein echter Frankfurter bleiben.