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Kelten Fund in Nidderau entdeckt

Archäologie - Neuer Kelten-Fund: Gräberfeld in Nidderau entdeckt

Keltisches Gräberfeld in Nidderau entdeckt
© Alexander Steuer/KC Archäologie/dpa

Das in Nidderau entdeckte Gräberfeld umfasst acht Bestattungen mit reichen Grabbeigaben.

Archäologen stoßen in Nidderau auf ein keltisches Gräberfeld mit acht Bestattungen aus der Eisenzeit. Eines der Gräber überrascht mit Lanze, Schwert und bronzenem Schmuck.

Spannende keltische Funde häufen sich derzeit in Hessen – nun gibt es eine neue archäologische Entdeckung in Nidderau im Main-Kinzig-Kreis: Bei den Vorbereitungen für die Erweiterung eines Gewerbegebiets ist dort ein keltisches Gräberfeld entdeckt worden, wie der Landkreis mitteilte. Fachleute legten die Fundstätte frei. Sie umfasse insgesamt acht Bestattungen und dürfte aus dem 5. oder 4. Jahrhundert vor Christus stammen, sagte der für den Main-Kinzig-Kreis zuständige Bezirksarchäologe Hardy Prison der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund der Entdeckung waren archäologische "Routinegrabungen" als Vorbereitung für die Baumaßnahmen. In diesem Rahmen seien Pläne an verschiedene Behörden gegangen, darunter die Untere Denkmalschutzbehörde des Main-Kinzig-Kreises sowie die Abteilung hessenArchäologie des Landesamtes für Denkmalpflege. Da es in der Nachbarschaft bereits bekannte archäologische Fundstellen gebe – so auch direkt in Nidderau ein weiteres bekanntes Gräberfeld – sei der künftigen Bebauung nur unter der Auflage einer vorherigen archäologischen Ausgrabung zugestimmt worden. 

Bronzeschmuck, Lanze und Schwert

Tatsächlich entdeckten die Fachleute zu Beginn der Untersuchungen einige Vorratsgruben und Spuren ehemaliger Holzhäuser aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, also der beginnenden Eisenzeit. Dies sei angesichts der Vielzahl vergleichbarer Denkmäler im Rhein-Main-Gebiet noch kein ungewöhnliches Ergebnis gewesen, hieß es in der Mitteilung des Landkreises. 

Vor wenigen Tagen und kurz vor dem eigentlich geplanten Grabungsende seien dann die reich ausgestatteten Gräber entdeckt worden, darunter vermutlich mehrere Frauengräber, die kostbaren Schmuck aus Bronze enthalten hätten. "Vor allen Dingen ein Grab stach heraus: Dem wohl männlichen Verstorbenen hatte man neben einem Gefäß auch Schmuck, eine Lanze und ein Schwert mitgegeben", hieß es in der Mitteilung.

Bergung im Block

Größtenteils seien die Bestattungen in Blöcken geborgen worden. Das sei ein heute übliches Vorgehen, sobald die Fachleute den Eindruck haben, dass Fundstätten besonders wertvolle Gegenstände oder organische Reste wie Textil- oder Lederfasern enthalten könnten, erläuterte Prison. Mit der Blockbergung werde die Arbeit in die Werkstatt verlagert und könne so unter kontrollierten Bedingungen stattfinden – das nehme auch den bei Bauprojekten üblichen Zeitdruck. 

Hessenweit gibt es zwar laut Prison einige vergleichbare Grabfelder, doch die jetzt in Nidderau gefundenen Gräber wiesen relativ reiche Beigaben auf. "Das ist jetzt nicht das Niveau des Glaubergs, der Fürsten vom Glauberg, aber das ist etwas darunter sozusagen angesiedelt und hilft uns dann auch wieder natürlich mehr über die Sozialstruktur und die Lebensweise dieser Zeit zu erfahren", so Prison.

Keltenwelt am Glauberg Keltenfürsten-Statue
© Christian Lademann/dpa

Etwa 20 Kilometer von Nidderau entfernt war 1996 der «Keltenfürst vom Glauberg» geborgen worden. (Archivbild)

Zeitgenossen des Keltenfürsten vom Glauberg?

So könnten einige der in Nidderau beerdigten Personen noch zur selben Zeit wie der weltberühmt gewordene Keltenfürst vom Glauberg gelebt haben, dessen Sandstein-Statue vor 30 Jahren geborgen worden war. Das Gräberfeld werfe Fragen etwa danach auf, wie die Menschen seinerzeit außerhalb des von Nidderau etwa 20 Kilometer entfernten Glaubergs lebten und welches Verhältnis zu der dort ansässigen keltischen Elite bestand.

Um die Epoche zu verstehen, bedürfe es auch der Untersuchung weiterer, vielleicht nicht so reich ausgestatteter Gräber. "Mit der Entdeckung des Friedhofs von Nidderau ist die Archäologie der Kelten in Hessen wieder einen wichtigen Schritt weitergekommen", hieß es in der Mitteilung. Am Dienstag (30. Juni) sollen die Funde bei einer Pressekonferenz in Nidderau vorgestellt werden. 

Gleich mehrere Funde in den vergangenen Wochen

Erst Mitte Juni war im Museum Keltenwelt ein rund 2.700 Jahre alter bronzener Armring präsentiert worden, den eine zwölfjährige Schülerin zufällig an einer Wiese im Büdinger Stadtteil Aulendiebach entdeckt hatte. Über die Schule des Mädchens fand dieser schließlich den Weg in das Museum. Zuvor hatte hessenArchäologie den erstmaligen Fund eines keltischen Fürstengrabs im Taunus bekannt gemacht. Dieses wurde bei archäologischen Erkundungen im Zuge von Bauarbeiten für einen Solarpark nahe Bad Camberg entdeckt.

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