Haargummi statt Reifenwechsel - Dads Do Hair in Frankfurt
"Dads Do Hair" ist mehr als ein Frankfurter Stammtisch für Männer. Hier wird geflochten, was das Haargummi hält - zur Freude von Müttern, Töchter und nebenbei auch der Gleichstellung.
Hinter dem Kurs steckt Anita Erdmann. Sie ist gelernte Friseurin und Hair- und Make-up-Artistin. Sie will aufbrechen, was in vielen Familien noch Alltag ist: dass Mütter allein für die Kinderfrisuren zuständig sind.
Die Väter nehmen es todernst
Wer denkt, die Männer kämen vor allem wegen Bier und Kumpels, liegt falsch. Erdmann selbst war überrascht: „Die nehmen das todernst. Das ist echt krass."
Vom Pferdeschwanz zum Endgegner
Der Abend startet mit Bürsten und Pferdeschwanz, dann kommen Space Buns, Bubble Braids und Flechtfrisuren. Erdmann ist klar: „Jeder, der rausgeht, muss flechten können. Das ist absolute Pflicht." Als „Endgegner" wartet eine Frisur aus dem Netflix-Animationsfilm „KPop Demon Hunters" - bei Kindern gerade der absolute Trend. Den Vätern hilft Erdmann mit vertrauten Bildern: Abteilen soll man dort, „wo die Geheimratsecken wären."
Mehr als nur Zöpfe
Für Erdmann steckt hinter dem Kurs mehr als Frisier-Handwerk: Die Väter lernen eine praktische Fähigkeit, kommen ins Gespräch und entlasten nebenbei die Mütter. 17 weitere Kurse bis Oktober sind bereits geplant - in München, Darmstadt und bald vielleicht noch vielen weiteren Städten.
Wer sitzt an der Frisierpuppe?
Papa Ali, 42, hat eine fünfjährige Tochter - seine Frau hat ihn angemeldet, er hat direkt einen Kollegen mitgebracht. Marius, 36, aus Frankfurt, will vor allem verhindern, dass die Frisur seiner zweieinhalbjährigen Tochter „nach zehn Stunden einen Knoten macht, der nicht mehr rausgeht." Chris, 46, ist sogar aus Aschaffenburg angereist. Er hat gar keine Töchter, sondern zwei Söhne. Er will flechten lernen, damit er seiner Frau auf Festivals endlich die Zöpfe machen kann.