Griesheim hat sie eingeführt - Hilft neue Steuer gegen Wohnungsmangel?
Eine Sondersteuer auf unbebaute Grundstücke soll auch in Hessen den Bau von dringend benötigtem Wohnraum beschleunigen und Boden-Spekulationen verhindern. Doch eine FFH-Stichprobe zeigt: Nur ganz wenige Kommunen haben die Baulandsteuer bislang eingeführt. Der Bund der Steuerzahler fordert sogar eine Abschaffung.
Die Grundsteuer C gilt zum Beispiel in Bad Nauheim oder auch in Griesheim. Dort spricht Bürgermeister Gesa Krebs-Wetzl von einem angespannten Wohnungsmarkt. Die Steuer solle einen Lenkungsanreiz setzen.
Mehrere hundert Grundstücke im Blick
Rund 300 unbebaute Grundstücke habe die Stadt im Blick. Ob und wie schnell wirklich gebaut werden würde, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. “Wir haben einige Rückläufe auf die Grundsteuerbescheide und prüfen dies”, so der Bürgermeister.
Hoher Hebesatz
In Griesheim liegt der Hebesatz Grundsteuer B bei 1.290 Prozentpunkte, die Grundsteuer C ist mit 6.450 Prozentpunkten angesetzt. Bad Nauheim erhebt die Steuer seit Jahresbeginn. Der Hebesatz beträgt 2.900 Prozentpunkte (5‑facher Hebesatz der Grundsteuer B). Die prognostizierten Einnahmen liegen bei rund 70.000 Euro, teilte ein Stadtsprecher mit.
Steuerzahlerbund gegen Grundsteuer C
Der hessische Bund der Steuerzahler lehnt die seit 1.1.2025 mögliche Grundsteuer C ab. Professionelle Bodenspekulanten wie Konzerne und Fonds könnten die Steuer ohne Weiteres aus der Portokasse bezahlen und würden sie dann bei der Veräußerung der Grundstücke auf den Verkaufspreis aufschlagen, heißt es auf FFH-Anfrage.
Trifft Steuer Privatleute?
Zudem bringe das Beschaffen der Informationen rund um die Grundstücke einen erheblichen Aufwand für die Rathäuser mit sich. Die Steuer treffe Privatleute, die ein unbebautes Grundstück vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt vererben oder bebauen wollen, so der Steuerzahlerbund in Hessen.