Weniger LKW und 100 neue Jobs - Neues Millionen-Projekt in Ludwigshafen
Weniger Lkw auf den Straßen und bis zu hundert neue Arbeitsplätze für Ludwigshafen: Das versprechen der Chemie-Konzern BASF und der Verpackungshersteller Schütz - die beiden haben den ersten Spatenstich für ein 40 Millionen-Euro-Projekt gemacht.
Das Werk entsteht auf einer rund 20.000 Quadratmeter großen Fläche direkt angrenzend an das Chemieareal, teilen die beiden Unternehmen gemeinsam mit. Dort sollen künftig sogenannte Intermediate Bulk Container (IBC) – spezielle Industrieverpackungen – produziert werden.
Kurze Wege sparen Lkw-Fahrten
Durch eine direkte Lieferverbindung zum benachbarten BASF-Gelände lassen sich die Logistikprozesse deutlich straffen. Den Unternehmensangaben zufolge können so jährlich rund 1,5 Millionen Lkw-Kilometer und damit auch erhebliche CO2-Emissionen eingespart werden. In der ersten Ausbaustufe entstehen zunächst 60 Arbeitsplätze, später soll die Belegschaft auf 100 anwachsen.
Starkes Signal für den Standort
Der Ludwigshafener Oberbürgermeister Klaus Blettner begrüßte das Vorhaben beim traditionellen Spatenstich. Die Investition zeige, dass der Standort Zukunft habe und Unternehmen hier langfristige Perspektiven sähen. „Wenn Produktion, Logistik und industrielle Wertschöpfung durch kurze Wege und enge Partnerschaften miteinander verbunden werden, stärkt das die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft unserer Industrie“, sagte Blettner. Sämtliche Prozessschritte von der Auftragsabwicklung bis zur Belieferung der Abladestellen auf dem Werksgelände sollen künftig digital und vollautomatisch gesteuert werden.
Positive Nachricht in Zeiten des Sparkurses
Für den weltweit größten Chemiekonzern kommt die enge logistische Anbindung des Partners zur rechten Zeit, um Effizienzsteigerungen umzusetzen. BASF befindet sich aktuell in einem strengen Sparkurs: Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosten konzernweit um 2,3 Milliarden Euro gesenkt werden. Infolge des globalen Stellenabbaus ist die Zahl der Vollzeitstellen am Stammsitz in Ludwigshafen, an dem rund 33.000 Menschen arbeiten, zuletzt erstmals seit 1954 auf unter 30.000 gesunken. Betriebsbedingte Kündigungen sind in Ludwigshafen jedoch bis Ende 2028 ausgeschlossen.
Vernetzung und Reaktionsfähigkeit
Helmut Winterling, President für die europäischen Verbundstandorte der BASF, sieht in der neuen Anlage eine konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Infrastruktur. Die eng verzahnten Logistikprozesse würden die Reaktionsfähigkeit erhöhen und eine langfristig effiziente Versorgung der Produktionsbetriebe sicherstellen. Neben dem BASF-Stammwerk sollen von dem neuen Standort aus auch weitere Industriekunden in der Rhein-Neckar-Region beliefert werden.