Klingbeil stellt Bedingungen für Commerzbank-Übernahme
Commerzbank-Übernahme - Das will Finanzminister Klingbeil
Finanzminister Lars Klingbeil pocht im Ringen um eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit auf eine Reihe von Bedingungen.
"Wir erwarten, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt - sowohl in Deutschland als auch international", erklärte der SPD-Chef und Vizekanzler nach einem Gespräch mit Unicredit-Chef Andrea Orcel in Berlin.
Es geht um zehntausende Jobs
Die Bank müsse ihre wichtige Rolle für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstands weiter erfüllen können. Außerdem, so betonte Klingbeil, stehe die Bundesregierung an der Seite der mehr als 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank.
Weitere Gespräche geplant
Orcel sprach von einem guten und konstruktiven ersten Gespräch, dem zeitnah weitere folgen sollten. "Nun liegt es an beiden Seiten, dieses erste Gespräch zu reflektieren, damit wir einen Weg finden können, der den Interessen aller Stakeholder und Anteilseigner bestmöglich gerecht wird", erklärte er.
Bund hält 12 Prozent an der Commerzbank
Die Unicredit, die vor rund zwei Jahren bei der Commerzbank eingestiegen war, wirbt seit langem um eine Übernahme des Frankfurter Dax-Konzerns und hat sich den Zugriff auf fast 50 Prozent der Anteile gesichert. Der Bund, der die Commerzbank in der Finanzkrise mit Steuermilliarden gerettet hat, hält noch gut 12 Prozent an der Commerzbank und ist damit zweitgrößter Aktionär. Bei einer möglichen Übernahme kommt der Regierung daher eine wichtige Rolle zu.
Das sind die Sorgen in Frankfurt
Orcel sieht bei einer Übernahme der Commerzbank Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Er will zudem das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. Bei der Commerzbank herrschen Sorgen vor einem Kahlschlag. Zudem gibt es in Frankfurt Befürchtungen, dass die Commerzbank perspektivisch mit der HVB verschmolzen werden könnte und dann auch München als Hauptsitz infrage käme.