700 tote Schweine in Riedstadt - Sollte mit Brand etwas vertuscht werden?
Hunderte tote Schweine, ein Großbrand - und jetzt der Verdacht: Ein Teil der Tiere war schon tot, bevor überhaupt die Flammen ausbrachen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat nun Anklage erhoben.
Nach dem verheerenden Feuer in einem Schweinemastbetrieb in Riedstadt-Wolfskehlen (Kreis Groß-Gerau) Ende Januar 2026 haben die Ermittler einen konkreten Verdacht: Es war Brandstiftung. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat jetzt vor dem Amtsgericht Groß-Gerau Anklage erhoben - wegen Brandstiftung und dem Verdacht der Tierwohlgefährdung.
Angeklagt ist eine Person mit Zugang zum Stall
Angeklagt ist eine Person, die ständigen Zugang zu dem Schweinestall hatte. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Hartmann HIT RADIO FFH. Bei dem Brand Ende Januar waren mehr als 700 Tiere verendet - über 100 Feuerwehrleute hatten damals lange gegen die Flammen gekämpft.
Viele Schweine wohl schon Wochen vorher tot
Besonders brisant: Nach den Ermittlungen sollen rund 200 Schweine bereits möglicherweise Wochen vor dem Brand tot gewesen sein, so Robert Hartmann. Als Grund vermutet die Staatsanwaltschaft eine unzureichende Versorgung der Tiere - der Vorwurf lautet auf schlechte Ernährung und mangelhafte Hygiene im Stall.
Ermittler: Veterinärkontrolle stand kurz bevor
Pikant ist zudem der Zeitpunkt: Für die Tage kurz nach dem Brand soll eine routinemäßige Kontrolle durch das Veterinäramt angekündigt gewesen sein, sagt uns die Staatsanwaltschaft. Insgesamt hatten sich zum Zeitpunkt des Feuers mehr als 700 Tiere im Stall befunden - keines überlebte.
Schweinepest als Ursache ausgeschlossen
Eine mögliche Erklärung für die bereits vor dem Feuer verendeten Tiere konnte inzwischen ausgeräumt werden: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) war nicht die Ursache, wie eine Obduktion der Kadaver ergab, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Wie geht es weiter?
Das Amtsgericht Groß-Gerau muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Termin für den möglichen Prozessbeginn steht bislang nicht fest.