Nachrichten > Wiesbaden/Mainz, Top-Meldungen >

Gas-Krise macht auch Unternehmen wie Evonik und BASF Sorgen

FFH-Umfrage zu Gas-Krise - Industrie besorgt und checkt Notfallpläne

Gas ist knapp. Viele Unternehmen checken deswegen aktuell ihre Notfallpläne.
© dpa

Gas ist knapp. Viele Unternehmen checken deswegen aktuell ihre Notfallpläne (Symbolbild).

Die Gas-Krise macht auch Unternehmen im FFH-Land Sorgen. Viele überprüfen derzeit ihre Notfallpläne, wie eine Umfrage unserer Reporter zeigt – um auf mögliche Gas-Ausfälle im Winter vorbereitet zu sein. Nachgedacht wird auch über Alternativen zum Gas.

Ein Gasmangel würde zum Beispiel den Standort Darmstadt vom Unternehmen Evonik hart treffen. In der Chemieindustrie sind fast alle Produktionsanlagen miteinander vernetzt, erklärte ein Sprecher.

Welche Auswirkungen es geben könnte, ist unklar

Fehlt es an einer Stelle, hat das also schnell Folgen auch für andere Produkte. Die genauen Auswirkungen eines Gasmangels sind aber schwer vorherzusagen, da die Konsequenzen sowohl auf der Lieferanten- als auch der Kundenseite vielfältig wären.

Boehringer setzt auch auf alternative Energiequellen

Beim Pharmaunternehmen Boehringer seien Gas-Engpässe zu überbrücken, allerdings nur für einige Wochen bis wenige Monate. Das erzählte eine Unternehmenssprecherin gegenüber HIT RADIO FFH. In Ingelheim ist ein Biomassekraftwerk in Betrieb , um weniger Gas-abhängig zu sein. Ein zweites wird laut dem Unternehmen gerade gebaut.

BASF: Gas-Alarmplan ist ausgearbeitet

Beim Chemie-Riesen BASF in Ludwigshafen liegt der Gas-Alarmplan in der Schublade. Ein Sprecher sagte uns: "Sinkt die Versorgung nicht unter etwa 50 Prozent unseres maximalen Erdgasbedarfs, könnten wir den Verbund mit reduzierter Last weiterbetreiben. Die konkrete Lastreduktion einzelner Anlagen ergibt sich aus der konkret zur Verfügung stehenden Menge Erdgas, aus der Versorgung mit dem Ersatzbrennstoff Öl und vielen weiteren Einflussgrößen."

Bei dauerhaft zu wenig Gas müssen Standorte runtergefahren werden

Doch: Sinkt die Gas-Versorgung vor Ort dauerhaft unter 50 Prozent, müsste der Standort heruntergefahren werden. Mit erheblichen Folgen für die BASF, ihre Mitarbeiter und Kunden.

VCI-Geschäftsführer: "Könnte Arbeitsplätze kosten"

Gregor Disson ist Geschäftsführer des Chemieindustrieverbands VCI Hessen.

Die Industrie ist in einer anderen Situation als der Privatverbraucher, da sie natürlich das Gas nicht nur im Werbebereich nutzt, sondern ganz wesentlich auch als Prozess Energie. Deshalb kann man nicht den Privatbereich einfach sagen, spart mal noch weiter so. Und so viel Prozent Das ginge letztlich auf Kosten der Produktion und Würde letztendlich Arbeitsplätze kosten

© HIT RADIO FFH

Von Elkamet in Biedenkopf im Landkreis Marburg-Biedenkopf soll auch bei knapper werdenden Gasreserven ein Signal der Zuversicht ausgehen. Das Kunststofftechnik-Unternehmen mit 1.200 Mitarbeitern stellt an mehreren Standorten in Biedenkopf vor allem Tanks für große Maschinen oder auch Motorräder her. Das macht die Geschäftsführung des Kunststofftechnik-Unternehmens deutlich.

Produktion müsste runtergefahren werden

Im FFH-Gespräch sagte Geschäftsführer Michael Parsch: „Wir werden die Produktion zwei Wochen herunterfahren und danach wieder weiterarbeiten. Das haben wir ja auch bei Corona schon gemacht. Kein Mitarbeiter wird deswegen seinen Arbeitsplatz verlieren.“

VW in Baunatal: Versorgung bis auf weiteres gewährleistet

Auch bei Volkswagen in Baunatal haben unserer Reporter nachgefragt. Dort heißt es: "VW bezieht Erdgas aus dem deutschen Verbundnetz, das aktuell den deutschen Bedarf decken kann. Dementsprechend ist die Versorgung der Werke und der Kraftwerke und Heizhäuser mit Erdgas bis auf weiteres gewährleistet."

Umstieg auf alternative Energien wird geprüft

Zur Reduzierung der Energieverbräuche insbesondere in den warmbehandelnden Bereichen, wie Gießerei, Warmumformung und Härterei, optimiere VW nach eigenen Angaben "kontinuierlich" die Energieeffizienz und prüfe darüber hinaus, inwiefern Erdgasintensive Prozesse mittelfristig elektrifiziert oder auch mit grünem Wasserstoff betrieben werden könnten.

Behälter mit der Aufschrift «BASF» werden auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF mit Hilfe eines Krans verladen.
© dpa

Behälter mit der Aufschrift «BASF» werden auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF mit Hilfe eines Krans verladen. Das Unternehmen wäre von einem potenziellen russischen Gas-Lieferstopp schwer betroffen.

Benjamin May

Reporter
Benjamin May

nach oben