Vanessa Lehmann von der Sektkellerei Henkell, Moderator Christian Scheler, Landrat Sandiro Zeehner und Organisator Kai Walter stellen den Vinothon in Wiesbaden vor (v.l.)
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Marathon laufen und dabei Häppchen genießen und Wein trinken - passt das zusammen? Ja, sagen die Veranstalter des ersten “Vinothon” von Rüdesheim bis nach Wiesbaden. Am Samstag bietet sich für Lauf-Begeisterte und Feinschmecker hier ein Marathon der anderen Art.
Vorbild für das Event ist der bekannte Bordeaux-Marathon, der schon seit über 30 Jahren einen Lauf mit einer ausgedehnten Weinprobe verbindet. Ein Konzept, dass auch zur Weinregion Rheingau gut passe, berichtet Organisator Kai Walter über die Entstehung der Veranstaltung.
Genuss steht im Fokus
Anders als im Westen Frankreichs soll in den Weinbergen entlang des Rheins aber nicht der Alkoholkonsum im Vordergrund stehen. “Wir sind ein Genuss-Marathon für alle Sinne”, betont Walter am FFH-Mikro. Auf der gut 42 Kilometer langen Strecke gibt es insgesamt zehn sogenannte Genuss-Stationen, die vom Spundekäs über Protein-Gebäck bis hin natürlich zum Wein keine Wünsche offen lassen sollen.
Walter: "Haben hier keinen Bestzeiten-Marathon, sondern einen Genuss-Marathon"
Organisator Kai Walter erläutert im Gespräch mit FFH-Reporter Lennart Wehrum, was es mit dem Vinothon auf sich hat.
Ja, Vinoton ist die Verbindung aus Marathon und Wein, Vinoton. Und die große Idee ist, eben in einer reizvollen Region, Rheingau, und das eben mit Vino-Wein zu kombinieren. Da gibt es ein großes Vorbild, Bordeaux-Marathon, das ist vor 30 Jahren mal entstanden, heute sind da 8000 Läufer am Start. Und so ist diese Idee entstanden, das können wir quasi vor unserer Haustür machen. Und es geht darum, keinen Bestzeiten-Marathon zu haben, sondern einen wirklichen Genuss-Marathon. Deswegen gibt es über 10 Verpflegungsstellen, die auch Genussanteile haben. Und da Spezialitäten aus dem Rheingau und im Grunde genommen viel Aussicht, viel Genießen, viel sportive Bewegung, würde ich mal sagen. Sie haben es schon angesprochen, die Genussstationen sind ja so wie das Herzstück dieser Veranstaltung. Wie passt das denn zusammen? Auf der einen Seite sportliche Bewegung und dann aber dazwischen den Bauch vollschlagen? Oder wie sehen Sie das? Naja, also das ist den Läufern klar, du musst dich verpflegen. Selbst bei einem Halbmarathon musst du dich eigentlich schon verpflegen im positiven Sinn, weil sonst die Energiespeicher leer sind. Beim Marathon erst recht. Und es ist ja auch so, dass man hier eher Häppchen zu sich nimmt, denn es geht um Genuss. Die zwei Teller, die verdient man sich dann sicherlich für das Ziel hinterher, aber auf der Strecke sind es oft Häppchen, Genuss. Und es gehört eigentlich zum normalen Tun, dass man durchaus Brezen und sowas auch süß schon auf der Strecke hat. Und das bieten wir hier nochmal in einem anderen Level an.
Organisator Kai Walter über den Ablauf am Samstag
"Event-Schwerpunkt ist das Schloss Henkell in Wiesbaden", erklärt Kai Walter im FFH-Gespräch.
Großer Eventschwerpunkt ist hier das Schloss Henkel in Wiesbaden-Wiebrich. Dann fahren wir mit Bussen raus zur Abtei St. Hildegard drüben in Rüdesheim. Dort geht es los. Dort starten alle Teilnehmer in Wellen. Die acht Kilometer, die enden auf Johannesberg. Der Halbmarathon, der ist zu Ende in Erbach. Und dann die Marathonläufer laufen komplett durch, bis Henkel wieder hier oben anzukommen im Ehrenhof. Und die anderen, die unterwegs die kürzeren Distanzen genommen haben, die werden mit Bussen wieder zurückgebracht.
Zehner: “Wer einmal hier war, kommt bestimmt wieder”
Ein Fokus liege dabei auf regionalen Produkten, so Walter. “Die Genuss-Stationen werden hauptsächlich von den Weingütern vor Ort betrieben. Wir wollen zeigen, was der Rheingau kulinarisch alles zu bieten hat.” Das freut auch Sandro Zehner, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. “Dieser Vinothon ist auch eine Möglichkeit, Wiesbaden und den Rheingau gemeinsam touristisch zu vermarkten. Wer einmal hier war, kommt bestimmt wieder", meint der Kommunalpolitiker
Im Ziel heißt es Schlemmen
Aber ist laufen und dabei essen nicht eher kontraproduktiv? Nicht unbedingt, meint Organisator Walter. “Während eines Marathons musst du dich verpflegen. Das weiß jeder Läufer, der das schon mal gemacht hat." Sein Tipp trotzdem: Auf der Strecke lieber kleine Häppchen zu sich nehmen. Schließlich wartet nach dem Zieleinlauf im Schloss Henkell in Wiesbaden dann das große Schlemmerbuffet.
Der Zielort, Schloss Henkell in Wiesbaden, ist bereit für die erste Auflage des Vinothon.
Hügelige Strecke mit Aussicht
Ein Marathon für Bestzeiten sei der Vinothon ohnehin nicht, dafür sorge allein die hügelige Strecke. “500 Höhenmeter durch die Weinberge sind schon ordentlich”, gesteht Walter ein. “Dafür bieten wir entlang der Strecke aber auch geniale Aussichten und viele Kulturdenkmäler”. Gelaufen wird hauptsächlich auf asphaltierten Wirtschaftswegen. So müssten nur wenige Straßen gesperrt werden, sagen die Veranstalter.
Sandro Zehner: "Landschaft, die den Lauf einzigartig macht"
Ein besonderer Genuss sei allein die Strecke des Vinothon, findet der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Sandro Zehner.
Es sind vor allem die Ein- und Ausblicke. Sie durchlaufen eine der schönsten Kulturlandschaften der Welt, haben die Situation, dass es durchaus ein bisschen anstrengender ist, weil es hoch und runter geht. Das unterscheidet sicherlich diesen Marathon auch von anderen, gerade Stadtläufen. Aber dafür haben sie halt immer wieder Sichtbeziehungen, Sichtachsen. Sie laufen an Kulturdenkmälern vorbei, Abtei St. Hildegard, Schloss Johannesberg, Schloss Vollraths. Das sind weltbedeutende Gebäude, die ihren Lauf, glaube ich, einzigartig machen.
Schon vor dem Startschuss kann Kai Walter von einer guten Resonanz berichten: "Wir rechnen aufgrund der Anmeldezahlen mit knapp 1.600 Teilnehmern". Anmeldungen für den Lauf sind noch bis Samstagmorgen möglich. Wer keinen kompletten Marathon laufen will, für den steht auch ein Halbmarathon sowie eine Einsteiger-Strecke über 8 km auf dem Programm - auch hier gibt es unterwegs natürlich Genuss-Stationen.