Cannabis-Checks im Club - Wiesbaden zieht positive Bilanz
Im Club sein Cannabis checken lassen, bevor man es raucht – das ging bei einem hessenweit einmaligen Pilotprojekt in Wiesbaden. Jetzt hat die Stadt Bilanz gezogen – und zwar eine positive.
Zwei Clubs haben bei dem Test mitgemacht. 48 mal wurde dort in fünf Monaten während des Pilotprojektes Cannabis auf mögliche Risiken getestet. Vor allem erfahrene Konsumenten Mitte 30 hätten die Möglichkeit genutzt, sagt die Stadt. Parallel wurden die Mitarbeiter der Clubs geschult und für Gäste gab es zusätzlich einen Infostand der Suchthilfe. Dies hätte die Hürden zur Suchthilfe abgebaut, sagt Teresa Müller vom Gesundheitsamt.
Tests für andere Drogen nachgefragt
Nachgefragt worden seien auch Analysen von anderen Substanzen wie Ecstasy, Amphetamin oder Ketamin. Tests dieser Drogen gibt es laut Gesundheitsamt zum Beispiel auf dem Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern. In Hessen müsste dafür erst eine spezielle Verordnung vom Land erlassen werden – auf die wartet man in Wiesbaden sehnsüchtig.
Cannabis-Check Teil einer Gesamtstrategie
Wiesbaden will sich insgesamt bei der Suchthilfe besser aufstellen. Unter anderem sollten die Wochenstunden der Streetworker erhöht werden - von 2 Stunden pro Woche auf 10, schlägt Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke vor. Wichtig wäre aus ihrer Sicht auch ein Drogenkonsumraum in Wiesbaden. Bisher nutzten viele Wiesbadener die Angebote in Frankfurt.
Umsetzung ungewiss
Der Auftrag zur Gesamtstrategie “Suchthilfe und Prävention” kam noch von der alten Stadtverordnetenversammlung. Ob die Pläne auch von der neuen nach der Kommunalwahl unterstützt werden, ist ungewiss. Optimistisch stimme sie, dass der Auftrag damals von einer breiten Mehrheit getragen wurde, sagt Löbcke.