Motorradlärm auf der B54 - Was Anwohner von der Politik fordern
Anwohner an der beliebten Motorradstrecke im Aartal sind genervt: Seit Jahren werde es auf der B54 schlimmer mit dem Lärm und gefährlichen Manövern. Was jetzt von Verantwortlichen vor Ort und in der Landespolitik gefordert wird.
Ausbremsen, dichtes Auffahren - immer wieder komme es zu unschönen Szenen, erzählt Alexander Wolf. Er ist Ortsvorsteher von Aarbergen-Michelbach. “Anwohner meiden an Wochenenden die B54 teilweise komplett. Mit Kindern Fahrrad fahren Richtung B54 wird ebenfalls vermieden”, so Wolf. Die Situation sei belastend, berichten ihm Anwohner.
Ortsvorsteher: Maßnahmen greifen nicht
Seit Jahren ist die B54 hier immer wieder Thema in Gesprächen zwischen Gemeinden, dem Kreis und der Polizei. Es habe auch Bemühungen gegeben, die Situation auf der Bundesstraße zu verbessern. Ein Tempo-Limit wurde eingerichtet, Parkplätze für Motorradfahrer gesperrt und Polizei-Kontrollen durchgeführt. Doch das reicht den Leuten vor Ort nicht mehr.
Rennfahrer und “Lärm-Touristen”
Die Situation sei die letzten sechs, sieben Jahre “nach oben eskaliert”, wie es Alexander Wolf beschreibt. “Die B54 war immer stark frequentiert von Motorradfahrern, aber das Klientel hat komplett gewechselt”, so der Ortsvorsteher. Man habe Motorradfahrer und “Lärm-Touristen”, die gezielt in den Rheingau kommen würden, um die B54 als Rennstrecke zu nutzen.
Dauer-Lärm und Raserei - das könne so nicht weitergehen
“Die fahren da, als gäbe es kein Morgen”, erzählt Volker Mink, der Ortsvorsteher von Burg-Hohenstein. Es käme auch regelmäßig zu Unfällen. Ganz wichtig ist den Ortsvorstehern: Es gehe nicht um allgemeine Motorradfahrer-Kritik - aber der Dauer-Lärm, die Raserei, das könne so nicht weitergehen.
Sperrung der B54 an Wochenenden?
So wird inzwischen auch darüber diskutiert, die B54 an Wochenenden für den Motorradverkehr zu sperren - als letztes Mittel. So beschreibt es auch Volker Mink: “Ich wünsche mir, dass alle anderen Möglichkeiten geprüft und evaluiert werden. Wenn sich herausstellt, dass die nichts bringen - wovon ich persönlich ausgehe - wünsche ich mir, dass am Schluss die Streckensperrung durchgesetzt wird, damit die Leute wieder angstfrei auf der B54 fahren können.”
Kommt Minister ins Aartal?
Der Wunsch der Ortsvorsteher ist, dass auch politische Entscheidungsträger aus Wiesbaden den Weg etwa nach Aarbergen beschreiten und sich die Situation vor Ort anschauen. “So könnten wir auch mal in die Diskussion kommen”, erklärt Alexander Wolf den Wunsch. “Denn das würde mal ein Bild vermitteln, welcher Leidensdruck tatsächlich hier in Aarbergen herrscht.”
Stellungnahme aus Verkehrsministerium
HIT RADIO FFH hat im hessischen Verkehrsministerium nachgehakt. Das Ministerium begrüße den Austausch zum Thema, sitze aber nicht mit am "Runden Tisch". Diese Aufgabe falle in den Zuständigkeitsbereich der nachgeordneten Behörden.
Kommen weitere Maßnahmen bis zur nächsten Motorrad-Saison?
Das Verkehrsministerium habe aber um eine abschließende Stellungnahme bis Ende November 2026 gebeten. “Dabei geht es um weitere mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit und der damit zusammenhängenden Unterbindung des „Raser-Tourismus“. Auch Verkehrsdaten sollen dazu als Voraussetzung für die mögliche Anordnung weiterer verkehrsbehördlicher Maßnahmen ausgewertet werden”, heißt es. Die Anwohner werden die Entwicklungen genau im Blick behalten.