Vorbereitet für den Ernstfall - NATO-Übung in Wiesbaden-Erbenheim
In Wiesbaden-Erbenheim proben die US-Armee und weitere NATO-Staaten für den Ernstfall eines Angriffs auf das Bündnisgebiet. Im Zentrum der großangelegten Simulation steht der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um im Kriegsfall in Sekundenschnelle reagieren zu können. Ziel ist es laut Militär, die gemeinsame Ostflanke besser zu schützen.
In der Kommandozentrale des Hauptquartiers der US Army Europe and Africa in Wiesbaden laufen dafür alle Fäden zusammen. Generäle aus den USA, Deutschland und weiteren Nationen sitzen dort vor einer riesigen Europakarte und koordinieren die fiktive Verteidigung.
Kein klassisches Feldmanöver
Bei der Übung handelt es sich nicht um ein klassisches Feldmanöver, sondern um eine weitreichende Computersimulation. Die beteiligten Soldatinnen und Soldaten spielen ein Szenario durch, bei dem laut US-Armee auf jeder Konfliktseite eine Million Kämpfer stehen.
Künstliche Intelligenz im Einsatz
Damit bei einem möglichen Angriff keine wertvolle Zeit verloren geht, greifen die Streitkräfte auf ein neues Informationssystem zurück. Künstliche Intelligenz soll dabei helfen, riesige Datenmengen aus Aufklärungsdrohnen, Radaren und Bodensensoren in einem gemeinsamen Netzwerk auszuwerten.
Früher habe man auf Boten warten müssen, heute kämen die Informationen in Blitzgeschwindigkeit in der Zentrale an. Die NATO will auf diese Weise innerhalb von Sekunden ein vollständiges Lagebild erhalten und entsprechend reagieren können.
Erfahrungen aus der Ukraine
In das neue militärische Konzept fließen laut US-Streitkräften auch direkte Erkenntnisse aus der Ukraine ein. Das von Russland überfallene Land habe Militärdrohnen schneller weiterentwickelt als jeder andere Staat.
Deshalb rückt auch der Schutz von Menschenleben durch Maschinen in den Fokus. Den Streitkräften wurden in Wiesbaden unbemannte Fahrzeuge zur Minenaufklärung sowie Drohnen zur Abwehr feindlicher Flugkörper präsentiert.
Vernetzung der Streitkräfte
Letztlich geht es bei der Übung jedoch nicht nur um modernste Technik, sondern vor allem um die enge Zusammenarbeit der 32 NATO-Länder. Die Kommandostäbe proben den Angaben zufolge intensiv den grenzübergreifenden Informationsaustausch. So sollen im Ernstfall gemeinsame Entscheidungen zügig und sicher getroffen werden.