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Hessen im Kampf gegen die Trockenheit: Was machen Städte und Landwirte

Was machen Städte und Landwirte - Hessen im Kampf gegen die Trockenheit

Die Hitzewelle und die lange Trockenheit setzen der Natur in Hessen immer mehr zu. Wälder, Flüsse und Felder dörren aus, aber auch Brunnen wie in Bad Nauheim bleiben außer Betrieb. Städte, Bauern, Förster und uns Menschen stellt das vor neue Herausforderungen. 

Stabiles und ausdauerndes Hochdruckwetter in Hessen?

Es liegt an der Tatsache, dass Hessen in diesem Sommer meist stabiles und ausdauerndes Hochdruckwetter hat. In einem Hochdruckgebiet gibt es aber keine oder nur wenig Wolkenbildung. So entwickeln sich nur manchmal kleine Gewitterschauer, die aber nur stellenweise für eine Linderung der monatelangen Trockenheit sorgen.

Hessen erlebt südländisches Mittelmeerklima

Normalerweise liegen die stabilen Hochdruckgebiete weiter südlich, zum Beispiel am Mittelmeer. Der FFH-Wetter-Experte Gudd sagt klar: "Das alles geschieht im Rahmen der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung. Die Hochdruckgebiete werden zumindest zeitweise stärker und ausdauernder, die Tiefdruckgebiete jedoch weniger intensiv.

Wie schon 2018 haben sich die Klimazonen quasi verschoben. Hessen erlebt also seit Wochen Mittelmeerklima.

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Felder trocknen aus

Auf den Feldern ist es deutlich zu erkennen: Der Boden ist knochentrocken. Der Mais ist deutlich kleiner als im vergangenen Jahr. Auch die Kartoffeln fallen kleiner aus, klagen die Bauern. Der Grund dafür: bei über 30 Grad hört die Kartoffel auf zu wachsen. Und auch für die Zuckerrüben siehts es 2022 düster aus, prognostiziert der Groß-Umstädter Rübenbauer, Hansgeorg Münch.

Das bedeute zum Beispiel, dass das Getreide fürs Brot weniger Eiweiß als sonst habe, sagt Karsten Schmal, der Präsident des hessischen Bauernverbandes besorgt. 

Bäume bekommen Wassersäcke

Also: Wir brauchen dringend Regen. Dieser ist aber nicht so schnell in Sicht, sagt FFH-Wetterexperte Martin Wettergudd Solange es trocken ist, müssen wir der Natur ein wenig unter die Arme greifen. Wie beispielsweise in Fritzlar, in Nordhessen. Dort hängt die Gemeinde jungen Bäumen jetzt schonmal Wassersäcke um, um diese feucht zu halten und vor Austrocknung zu schützen. 

Auch in Kassel verdursten geradezu viele Bäume. Es wird dringend Wasser benötigt, die große Hitze und Trockenheit tun ihr Übriges. Um die Kasseler Bäume vor dem Verdursten zu retten, testet das Umwelt- und Gartenamt in einem Pilotprojekt ebenfalls die sogenannten "Wassersäcke".

Die grünen Taschen werden um den unteren Baumstamm gelegt und mit Wasser befüllt. Durch kleine Löcher gelangt das Wasser über einen längeren Zeitraum in die Erde und viel wichtiger: an die Wurzeln. Dadurch könne man bei dem bisherigen Gießrhythmus von einmal in der Woche bleiben.

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Trockenheit und Hitze auch für Fischzüchter ein Problem

Auch Fischzüchtern bereiten die Trockenheit und Hitze Probleme. Michael Föller aus Gersfeld-Altenfeld berichtet am FFH-Mikro, dass durch den fehlenden Niederschlag zu wenig Sauerstoff in seinen Teichen ist. Seine Fische brauchen kühles, sauerstoffreiches Wasser - schwierig bei dem wenigen Regen und den hohen Temperaturen.

"Wir müssen deswegen Sauerstoff in die Teiche leiten und können die Tiere nicht so füttern wie normalerweise. Denn je mehr Fische fressen, umso mehr Sauerstoff brauchen sie", so Michael Föller.

Fische müssen geschlachtet werden

Außerdem muss Michael Föller seine Fische in andere Teiche verlegen - oder auch Tiere schlachten. "Ich habe Fische geschlachtet, die ich eigentlich erst später im Jahr aus dem Wasser entnommen hätte", so Föller im FFH-Gespräch.

Außerdem sind für ihn auch die steigenden Kosten ein Problem. "Strom ist teurer - den brauchen wir, um den Sauerstoff ins Wasser zu pumpen. Und auch die Sauerstoff-Preise sind gestiegen", so Föller. 

Zu trocken: auch die Schifffahrt leidet

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Trockenheit in Hessen dauert außergewöhnlich lang

Im Juli fielen in Hessen bislang nur so ein bis vier Liter Regen auf den Quadratmeter. Die Region sei dabei egal, sagt FFH-Wetterexperte Dr. Martin Gudd: "Die Dürresituation ist in ganz Hessen derzeit extrem und außergewöhnlich. Der Erdboden ist staubtrocken. Die Wasserstände an den Gewässern in Hessen gehen weiter kontinuierlich nach unten, die Grundwasserstände sind zu einem großen Teil schon sehr niedrig."

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