FFH Night of Pop in Wiesbaden - Michael Schulte, Zoe Wees und Anne Moster
Eigentlich ist das Rheingau Musik Festival eine Hochburg für Klassik und Jazz. Aber am Sonntagabend (26.07.) ist der Wiesbadener Kurpark poppig geworden. Die erste FFH Night of Pop hat die Fans in den Park gelockt: mit Anne Mosters, Zoe Wees und Michael Schulte und moderiert von FFH-Moderatorin Evren Gezer. Was folgte, war ein Sommerabend, den so schnell keiner vergisst.
Anne Mosters
Newcomerin legt los
Noch kein Festival, noch nie vor so vielen Menschen gespielt und trotzdem: Anne Mosters betritt die Bühne im lässigen Stil und wirkt, als wäre sie hier zu Hause. „Ich bin etwas aufgeregt, mein erstes Festival ever", sagt die The Voice of Germany-Gewinnerin vor dem Auftritt. Und man kauft ihr das ehrlich gesagt fast nicht ab. Denn kaum steht sie am Piano, ist von Aufregung nichts mehr zu spüren. Sie spielt „Letting Out" hier ganz alleine, eigentlich ist es ein Duett mit Nico Santos. In ihrer halben Stunde auf der Bühne wechselt Mosters zwischen gefühlvollen Balladen und peppigen Popsongs und spielt auch noch unveröffentlichtes Material. Sie nimmt das Publikum die ganze Zeit mit. „Gravity", ist der letzte Song und sie verabschiedet sich. Und wer vorher noch nicht wusste, wer Anne Mosters ist, weiß es jetzt.
Zoe Wees
Eine Stimme, die unter die Haut geht
Dann übernimmt Zoe Wees die Bühne. Mit „Girls Like Us" legt sie direkt los: weißes Outfit, kurze Hose, die berühmten Fell-Stiefel. Und dann diese Stimme. 45 Minuten lang wechselt die Hamburgerin zwischen Balladen, die einem die Kehle zuschnüren, und Songs, bei denen die Beine von selbst mitwippen. Tanzchoreografien mit ihren Tänzerinnen fehlen auch nicht bei diesem Auftritt. Mit „Daddy's Eyes" wird es besonders persönlich: Wees erzählt, dass sie lange ihren Vater nicht kannte und deshalb nicht verstand, warum sie so aussieht wie sie aussieht oder woher sie kommt. Die Stimmung wird immer emotionaler, passend zu den Songs. Sie spricht auch über ihre Stimmbandoperation, darüber, was ihr die Songs bedeuten und wie glücklich sie ist, dass alle da sind. Danach hat sie sich Zeit für Fotos mit den Fans genommen.
Michael Schulte
Alle haben auf ihn gewartet
FFH-Moderatorin Evren Gezer kündigt ihn an und der Applaus sagt alles. Michael Schulte kennt die Bühnen des Rheingau Musik Festivals, 2023 war er schon auf Schloss Johannisberg. Aber so poppig war es noch nicht. Lässig gekleidet, Gitarre in der Hand, Band im Rücken. Und ein Set, das von „5am" bis zu Songs aus dem neuen Album „Beautiful Reasons" so ziemlich alles abdeckt, was man sich wünschen kann. Wer vorhin noch im Biergarten saß: spätestens jetzt ist er aufgestanden. Schulte erzählt auch, dass er eigentlich gerade mit seiner Familie in der Schweiz im Urlaub ist. Er ist extra für das Konzert hergeflogen, morgen geht's wieder zurück. Über eine Stunde spielt er, Gitarrensolos inklusive, der ganze Kurpark singt mit. „Das war der perfekte Sommerabend", sagen Fans hinterher, „mit ganz viel Sommer-Flair und tollen Künstlern."
Das war die Night of Pop
Was für ein Abend. Der Wiesbadener Kurpark hat bewiesen, dass er nicht nur für Klassik und Jazz gemacht ist, sondern auch für Pop, für Abende wie diesen. Direkt am Kurhaus, vor einer riesigen Bühne, die wie eine offene Muschel aussieht, das war der Rahmen für einen Abend, der lange in Erinnerung bleibt.