Wenn die Welt verwildert - FFH-Kinotipp: Das Ende der Sterne
Regie-Altmeister Ridley Scott hat Filme für die Ewigkeit gedreht: „Bladerunner“, „Alien“ oder „Gladiator“. Im Actiondrama „Das Ende der Sterne“ nimmt er uns mit in die Wildnis von Colorado – nach einer Grippewelle, die einen Großteil der Weltbevölkerung dahingerafft hat.
FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: fesselnde zwei Kinostunden mit zwei großartigen Hauptdarstellern.
10 Euro kostet Dein Kinoticket, acht ist es wert.
Pilot Hig (Jacob Elordi) hat während der Seuche seine Frau verloren. Weitab draußen lebt er mit seinem Hund und einem rauen Kämpfer (Josh Brolin) auf einem einsamen Flugplatz. Wer vorbeikommt, will meist Böses und Higs Mitbewohner schießt immer, bevor er fragt. Als Higs mit seinem Kleinflugzeug aufbricht an einen Ort, vom der er sich ein besseres Leben erhofft, trifft er auf eine Farmerstochter Cima (Margaret Qualley) und den Irrsinn nach einer globalen Katastrophe.
Ridley Scott lässt sich Zeit beim Erzählen. Die Kamera gleitet mit Higs Cessna über verlassene Städte und grüne Berglandschaften. „Das Ende der Sterne“ ist vor allem in den Dolomiten gedreht worden. Die Welt wirkt ruhig, bis die ersten Schüsse fallen. Immer wieder blitzt explosiv Gewalt auf, meist dann, wenn wir uns gerade gemütlich ins Idyll kuscheln. Das macht „Das Ende der Sterne“ herrlich unberechenbar – auch, wenn wir früh ahnen, worin die Reise mit Hig und Cima führt.
Jacob Elordi, bekannt auch als Elvis in „Priscilla“, dem viele die Nachfolge von Daniel Craig als James Bond zutrauen, und die großartige Margaret Qualley („Once upon a Time in Hollywood“) spielen ihre Parts enorm sympathisch und machen einen fantastischen Job als Bewahrer der Menschlichkeit in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.
„Das Ende der Sterne“ ist nicht Ridley Scotts beeindruckendster Film. Aber ein starkes Abenteuer mit tollen Bildern.