Fristlos gefeuert - Kehl nicht mehr BVB-Sportdirektor
Zuletzt gab es bereits Gerüchte um einen möglichen Abschied von Sebastian Kehl aus Dortmund. Jetzt ist sofort Schluss beim BVB. In Medien wird bereits über ein mögliches Engagement beim Hamburger SV spekuliert.
Borussia Dortmund trennt sich mit sofortiger Wirkung von Sportdirektor Sebastian Kehl. Der 46 Jahre alte frühere BVB-Kapitän muss den Club nach über 20 Jahren verlassen. "Die Trennung von Sebastian Kehl bedeutet natürlich einen Einschnitt in unserer sportlichen Führungsebene", teilte Clubchef Carsten Cramer mit.
An Kehl und seinen Personalplanungen gab es schon seit längerer Zeit Kritik. Überraschend kommt die Trennung zum jetzigen Zeitpunkt dennoch. Am Samstagabend hatte der gebürtige Osthesse nach dem 3:2 (0:2) gegen den Hamburger SV noch über seine Kaderplanungen und den Stand bei den Verhandlungen mit Nico Schlotterbeck über eine vorzeitige Vertragsverlängerung gesprochen.
Kehl plante bis zuletzt noch den Kader für die kommende Saison
Die Gespräche mit dem Nationalverteidiger hatte Kehl in den vergangenen Tagen noch geführt. Auch war Kehl in der Vorwoche noch auf Scouting-Tour unterwegs. Am Sonntag wurde ihm dann die Trennung mitgeteilt, die wohl erst im Sommer erfolgen sollte. In Medien wurde bereits über ein mögliches Engagement beim Hamburger SV spekuliert.
"In einem sehr offenen Gespräch sind Sebastian Kehl, Carsten Cramer und ich zu der gemeinsamen Überzeugung gelangt, dass im Sommer der richtige Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist", sagte Sportchef Lars Ricken. "Damit sich beide Seiten darauf vorbereiten können, haben wir uns einvernehmlich auf eine sofortige Beendigung von Sebastians Tätigkeit verständigt." Ricken und Kehl waren 2002 zusammen als Spieler deutscher Meister mit dem BVB geworden.
24 Jahre im Club
2018 war Kehl zunächst Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung und 2022 Sportdirektor als Nachfolger von Michael Zorc geworden. Bei der Wahl eines Sport-Geschäftsführers war Kehl indes bereits übergangen worden. Die Wahl fiel seinerzeit auf Ricken.
"Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet und ich habe eine extreme Verbundenheit zu diesem großartigen Club. Trotzdem haben wir nun gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen – sowohl für den BVB als auch für mich", sagte Kehl, der 13 Jahre lang für den BVB aktiv war. Er wurde in der Zeit dreimal deutscher Meister und gewann 2012 das Double. "Ich habe Borussia Dortmund viel zu verdanken und bin stolz, rund 24 Jahre Teil der BVB-Familie gewesen zu sein", sagte Kehl.